Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006843
der Naturgesetze. 
Einüuss 
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Landes Feuchtigkeit; und da dies der einzige Theil von Nord- 
amerika war, wo sich diese beiden Bedingungen vereinigten, so 
war es auch der einzige, der überhaupt civilisirt war. Es ist ausser 
Zweifel, wären die sandigen Ebenen Oaliforniens oder Süd-Colum- 
biens nicht versengt, sondern durch die Flüsse des Ostens bewas- 
sert worden, oder wären die Flüsse des Ostens von der Hitze des 
Westens unterstützt worden; die Folge einer solchen Vereinigung 
Würde jene Ueppigkeit des Bodens gewesen sein, die jeder frühen 
(Zivilisation, von der die Geschichte weiss, voraufging. Da aber 
von den beiden Grundbedingungen der Fruchtbarkeit überall in 
Amerika nördlich vom 20" die eine fehlte, so folgte, dass die 
Civilisation keinen Wohnsitz fand, bevor sie diese Linie überschritten 
hatte; und es hat sich keine Spur gefunden und wird sich auch 
keine finden, dass auch nur ein einziges Volk auf diesem grossen 
Festlande im Stande war, einen bedeutenden Fortschritt in Kunst 
und Gewerbe zu machen oder sich zu einer angesiedelten und 
dauernden Gesellschaft einzurichten. 
So viel über die physischen Kräfte, welche das früheste Schick- 
sal Nordamerikas bestimmten. In Südamerika kommt eine andere 
Reihe von Verhältnissen ins Spiel; denn nicht nur findet das Gesetz, 
vermöge dessen die Ostküsten kälter sind als die Westküsten, auf 
die südliche Homisphäre keine Anwendung, sondern an seine Stelle 
tritt ein anderes gerade entgegengesetztes. Südlich vom Aequator 
ist der Osten heisser als der Westen. 1 43) Dazu hat er sein mäch- 
tiges Flusssystem; und so existirt offenbar in Südamerika die Zu- 
sammenwirkung von Hitze und Feuchtigkeit, welche in Nordamerika 
fehlt. Daher ist hier der Boden durch seine Ueppigkeit ausge- 
(und hier allein haben wir umfassende meteorologische Aufzeichnungen) statistisch nach- 
gewiesen worden. Kämtz sagt in seiner Meieoroloyie S. 139: "Wenn die Masse Regen, 
welche in verschiedenen Gegenden von Europa fällt, gemessen wird, so ündet sich, 
dass sie sich verringert, imter sonst gleichen Umständen, wie wir von der Seekiiste 
zurückgehen. Vergl. S. 91, 94. Daher ohne Zweifel die grössre Seltenheit des Re- 
gens, so wie wir nördlich von Mexico vorschreiten. Humboldt, La nouvelle Espagoze I, 
46, sagt: "Nördlich vom 200, besonders vom 220 bis 300, sind die Regengüsse, 
welche nur Juni, Juli, August und September fallen, weniger häufig im Innern des 
Landes." 
443) "Der Unterschied im Klima der Ost- und Westküste der Continente und Inseln ist 
auch auf der südlichen Hemisphäre beobachtet worden; aber hier sind die Westküsten 
kälter als die Ostküsten, während es in der nördlichen Hemisphäre umgekehrt ist." 
Meyerfa Geography of plants, 1846, p. 24.
        

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