Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006835
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Einfluss 
der Naturgesetze. 
aus einer grossen umfassenden Ursache entspringt oder ob jeder 
Fall seine eigene Ursache hat, lässt sich bei dem jetzigen Stande 
unserer Kenntnisse unmöglich entscheiden; aber die Thatsache steht 
fest und ihr Einfluss auf die früheste Geschichte Amerikas ist sehr 
merkwürdig. In Folge dessen sind die zwei grossen Bedingungen 
der Fruchtbarkeit an keinem Punkte des Continents nördlich von 
Mexiko zusammengetroifen. Den Ländern der einen Seite fehlte 
es an Hitze, denen an der anderen an Bewässerung. S0 wurde 
die Anhäufung von Reichthum erschwert und der Fortschritt der 
Gesellschaft gehemmt; und bevor im 16. Jahrhundert die Bildung 
Europas in Amerika wirksam gemacht wurde, giebt es kein Bei- 
spiel von irgend einem Volke, das nördlich vom 20. Breitengrade 
auch nur eine so unvollkommene Civilisation wie die Indier und 
Aegypter erreicht hätte. 4 4 1) Andererseits ändert der Continent 
südlich vom 200 plötzlich seine Gestalt, zieht sich zusammen 
und Wird eiri schmaler Landstreifen, bis er die Landenge von Pa- 
nama erreicht. Dieser enge Landstrich war der Mittelpunkt der 
amerikanischen Civilisation und aus unseren obigen Ausführungen 
ergiebt sich leicht, warum dies der Fall war. Die besondere Bil- 
dung des Landes verschaffte ihm eine sehr ausgedehnte Seeküste 
und gab so dem südlichen Theil von Nordamerika den Charakter 
einer Insel. Dadurch entstand eine von den Eigenthümlichkeiten 
eines Insel-Klimas, nämlich eine grössere Feuchtigkeit durch die 
Wasserdünste, die aus der See aufsteigenß") S0 erhielt Mexiko 
durch die Nähe des Aequators Hitze und durch die Form des 
m) Das Wenige, was wir über den früheren Zustand der Nordamerikanisehen 
Stämme wissen, hat Dr. Mac Culloch in seinem gelehrten Werke: Researckes ooncer- 
ning America, 119-146, zusammengetragen; er sagt S. 121, sie lebten ohne Gesetze 
und bürgerliche Ordnung zusammen. In jenen Gegenden ist die Bevölkerung wahr- 
scheinlich nie zu festen Sitzen gekommen; Imd wir wissen jetzt, dass die Bewohner 
des nordöstlichen Asiens sich über das nordwestliche Amerika verbreitet haben, und 
zwar zu verschiedenen Zeiten. So z. B. die Tschuktsehen, die sich auf beiden C011- 
tinenten vorfinden. Dobell war wirklich von der Aehnlichkeit der nordamerikanischen 
Stämme und anderer, die er in der Gegend von Tomsk traf, so ergriffen, dass er 
glaubte, sie müssten desselben Ursprungs sein. S. Trmzels in Kamtchatka und Siberia 
1830, 1I, 112. Vergl. über diese Verbindung der beiden Welttheile Uranlz, History 
of Greenhmd I, 259, 260, mit Riclzardsorfs Aretic expedition I, 362. 363, und Pri- 
chardlv Physical history of manlcind IV, 458-463. V, 371, 378. 
m) Aus allgemeinen physischen Gründen sollte man ein Verhältniss der Regen- 
masse und der Kiistenausdehnung annehmen, und dieser Zusammenhang ist in Europa
        

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