Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Mittelalters
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207933
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209083
Der 
gothische 
Styl. 
und Rundstäben prolilirt, die Dienste, welche die Mittelschiff-Gewölbe 
zu tragen haben, setzen auf Consolen auf. Der Bogen hat die Form 
des Lanzettbogens, das heisst, die beiden Segmente steigen steil auf 
und schliessen einen sehr spitzen Winkel ein. 
In den Fenstern und zur Gliederung der NVandilächen gewinnt 
auch das Masswerk diese Form und besteht mehr aus einer häufigen 
Aneinanderreihung oder Ineinanderschiebung dieser concentrisch 
angeordneten Masswerkstäbe, als in einer entsprechenden Vertheilung 
und Abstufung derselben, wie in der französischen Gothik. 
Kathedrale von York (1241 vollendet), Münster von Beverley, 
Theile der Kathedralen von Rochester, Chichester,R01nsey,Ely, 
 Peterborough, Hereford. Die Kathedralen von XVells (1214 be- 
gonnen), Worcester, Salisbury (1220 bis 1258), Lincoln, Lich- 
field, die Abteikirche YVestminster bei London u. A. 
Auf den frühenglischen Styl folgt im vierzehnten Jahrhunderte 
der ßidecorativea Styl, der am Schlusse des Jahrhunderts in den 
sogenannten ßperpendikulärena übergeht, welcher wieder die Werke 
des fünfzehnten Jahrhunderts beherrscht. Wie schon die Namen 
besagen, zeichnet sich der Styl des vierzehnten Jahrhunderts durch 
Reichthum der Detailformen und der Gliederung aus, namentlich 
gewinnt das Stab- und Masswerk der Fenster lebhafte Eintheilung, 
die oft wenig organische Gliederung zeigt und mit Vorliebe Füllungen 
mit Rosettenmustern bildet. Der wperpendikuläree Styl erhält seinen 
Namen von dem reichlich verwertheten Stabwerk, das in den 
grossen Fensteröffnungen bis zum Bogen hinaufläuft und wie ein 
gleichmässiges Gitterwerk dieselben verschliesst. Auch an den Wand- 
Hächen des Baues wird solches Stabwerk häufig verwerthet. Im 
fünfzehnten und sechzehnten Jahrhunderte tritt dann häufig an die 
Stelle des Gewölbes eine Holzdecke, auf deren formale und con- 
structive Ausbildung grosses Gewicht gelegt wird. Der Bau gewinnt 
hierdurch noch mehr als früher einen hallenmässigen Charakter. In 
Harmonie mit dieser Hach ansteigenden Holzdecke steht dann noch 
die nun übliche Form des Bogens, er ist als Hach ansteigender Spitz- 
bogen gebildet und namentlich in der Zeit der Herrschaft der Tudor 
(seit 1485) zur Anwendung" gekommen. Man bezeichnet denselben 
deshalb als Tudorbogen. Das gitterartige Stabwerk, das mit dem- 
selben bei Fenstern und Wandgliederungen in Verbindung tritt, steht 
in gewissem Bezuge zu dem Leistenwerke der Decke. 
Die Kathedralen von Exeter, von Ely, 'l'heile der Kathedralen 
von York, Beverley, Winchester. Dem I5. oder I6.Jahrl1underte 
gehören die Kirchen von Melford, Lavenham, Oxford, Boston,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.