Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Mittelalters
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207933
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2208992
gothische 
Der 
Styl. 
basilikalen Anlage wird das Seitenschiffgewölbe vom Mittelschiffe 
durch den Scheidbogen getrennt. Ueber den Scheidbögen erhebt 
sich die Hochmauer, welche nun zunächst mit einem rings um den 
Raum laufenden Triphorium aus kleinen Bögen über Säulchen 
geschmückt ist. Dieses Triphorium, das jeweilig von dem Pfeiler- 
lineament durchschnitten wird, ist hier nur eine Wanddecoration, 
oder es liegt unmittelbar hinter demselben ein schmaler Wandgang. 
Die Anordnung des Triphoriums erinnert an die in den Kirchen des 
romanischen oder Uebergangsstyles angeordneten Gallerieöffnungen. 
Mit dem NVegfall der Gallerien werden die Dächer unmittelbar 
über den Seitenschiffen errichtet und es entspricht nun der Lage 
der Seitenschiffdächer die Lage jener Triphorien an der Hoch- 
mauer. Ueber dem Triphorium liegen die Fenster des Mittelschiffes, 
sie werden zu beiden Seiten von den Pfeilern, oben von den Schild- 
bögen der Mittelschiffgewölbe eingeschlossen und ersetzen solcher 
Art die verschliessende Wand  
oder Hochrnauer. In den Seiten- Flg 63'  
schiffmauern reichen die Fenster   
ebenfalls von niederen Brüstungs- 
Wänden (Parapeten) bis zu den 
Schildbögen der Seitenschiffge- 
wölbe. Die Wandpfeiler erhalten, 
wie oben erwähnt, nach Aussen Gothisches Trank 
Verstärkungen, Strebepfeiler, wel- 
che bei der basilikalen Anlage über die Seitenschiffdächer hinauf- 
geführt und durch ein System frei gespannter Bögen mit den 
Mittelschiffpfeilern in Verbindung gebracht werden. Da diese Bögen 
als Streben gegen den Schub der Mittelschiffgewölbe und das Aus- 
weichen der Pfeiler dieses Schiffes dienen, bezeichnet man sie mit 
dem Namen der Strebebögen. 
Viel einfacher als bei den basilikalen Anlagen gestaltet sich 
die Anordnung bei einschifügen Kirchen oder bei den mehrschiffigen 
deutschen Hallenkirchen, deren Schiffe sich gleich hoch oder nahezu 
gleich hoch erheben. Mit dem Wegfall der Hochmauer, der gleichen 
Höhe von Pfeilern und Urnfassungswänden, kommen die Fenster 
nun nur in den Letzteren zur Ausführung, die Triphorien und 
Strebebögen finden hier keine Verwendung, ein einziges mächtiges 
Dach spannt sich über Mittelschiff und Seitenschiffe. 
Die Consequenz des gothischen Gewölbebaues machte sich nun 
auch in der Bildung des Chorabschlusses der Kirche geltend. Er
        

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