Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Mittelalters
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207933
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2208967
III. 
Der 
gothisehe 
Stylf 
Der gothische Styl entwickelt sich aus dem romanischen, tritt 
aber sehr bald in volle Unabhängigkeit von dem letzteren, so dass 
das bauliche System des Styles in seiner vollen Ausprägung dem 
des romanischen geradezu entgegengesetzt ist. Die Gothik geht von 
Frankreich aus und wird als unter dem EinHusse des Abtes Suger 
von S. Denis entstanden bezeichnet. Die Verwerthung des orienta- 
lischen Spitzbogens, den wir schon in den Bauten Palermos trafen, in 
der Schule von F ranzien (Isle de France) führte hier zu der bestimmenden 
Umbildung des ganzen Bausystems. 
Die Bezeichnung des Styles als gothischer hat mit dem Volke 
der Gothen direct nichts zu schaffen, sie wird erst im sechzehnten 
Jahrhundert in Italien gang und gäbe und im verächtlichen Sinne 
gebraucht, man wollte damit den Styl als einen barbarischen von 
Auswärts eingeführten kennzeichnen.  
Während die mittelalterliche Baukunst bis ins dreizehnte Jahr- 
hundert ihre Baumeister namentlich unter Mönchen und Geistlichen 
fand, wird von da ab zugleich mit der grösseren Entfaltung des 
Städtewesens die Kunst grösstentheils von weltlichen Meistern geübt, 
sie wird eine Laienkunst. Doch liegt auch jetzt der Angelpunkt für 
die Bestimmung und Entfaltung des Styles im Kirchenbau, dem 
sich vielfache Erweiterungen der Klöster und geistlichen Heimstätten 
anschliessen. Dabei erfährt auch der Profanbau in Stadthäusern, 
Communalpalästen und Schlössern stylgemässe Durchbildung. 
Der gothische Styl ist eben so wenig wie der romanische nur 
in den Werken einer Nation zum Ausdrucke gekommen, er ist aber 
namentlich in Frankreich, England und Deutschland zu Hause. Italien, 
diesen 
Die 
betreffende Literaturangabe siehe pag. 
Styl 
und
        

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