Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Mittelalters
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207933
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2208815
Der 
romanische 
Styl. 
mit der Cannelirung der antiken Säule nichts gemein hat. Er wird 
mit horizontalen Ringen in bestimmten Abständen versehen oder 
mit einem ornamentalen Schmucke geziert, der die Formen von Netz- 
oder Flechtwerk, Schuppen und Teppichmustern in plastischer Aus- 
führung wiedergibt. Zuweilen werden die Schäfte als gewundene 
und ausserdem reich verzierte Stäbe gebildet, so namentlich in den 
früher genannten römischen Kreuzgängen mit Mosaikeinlagen, oder 
sie werden aus farbigem Marmor und dann glatt hergestellt. Diese 
reichere Auszier ist aber namentlich auf jene Schäfte beschränkt, 
welche an Portalen und kleineren Bautheilen hauptsächlich decorative 
Bestimmung haben, während die vor Allem constructiven Säulen- 
stellungen des Innern grösstentheils 
glatte oder wenig decorirte Schäfte er- Fig- 45- 
halten. Zuweilen werden die Schäfte  
mehrerer nebeneinanderstehender kleiner  
Säulchen in deren Mitte zu einem Knoten 
verschlungen (Knotensäulen).    
Das Proül der romanischen Basis  i-liiß  
wird dem der römisch-attischen nach-   f fqnßi 
gebildet, ist aber in verschiedenen Bauten    w, d:  
und Oertlichkeiten bis zum zwölften Iahr- Älkiy-{xy  Wwngilll!  
hundert von sehr ungleicher und schwan-   
kender Form. Mit dem zwölften jahr- i  
hundert tritt eine Veränderung im Ge-  b 
sammtcharakter der Basis dadurch ein,    
dass unter Beibehaltung der einzelnen  Mittag. 11' i'll! 
ThCilC ClCf attischen BilSlS und deren Romanisches WVüi-felcapitell. 
Reihenfolge, die Toren mehr platt ge- 
drückt, die Trochili schärfer eingezogen, die Vorderflächen der Plätt- 
chen schräg gestellt werden, ausserdem kommen, um das Abgedrückt- 
werden der Ecken des quadratischen Abacus zu hindern, Verstärkungen 
derselben in Form von Eckblätteril in Ausführung. Diese Blätter 
entwickeln sich vom Trochilus in radialer Richtung über den unteren 
Torus nach den Ecken des Abacus und zeigen die verschiedenartigsten 
mehr oder weniger stylisirten Blattformen, zuweilen treten an die 
Stelle dieser Blätter phantastische Thiergestalten. Fig. 41 und 42. 
Die Form des Capitells geht von der Form des römisch- 
korinthischen oder compositen aus, wird aber im Laufe der Ent- 
wickelung des Styles zunächst unter Beibehaltung der Grundform 
des Kalathos vielfältig in decorativem Sinne umgestaltet, es macht
        

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