Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Mittelalters
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207933
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2208685
romanische 
Der 
Styl. 
lichen Querschiffen und Chören, die sogenannten doppelchörigen 
Kirchen. Die Schiffe werden durch Säulen- oder Pfeilerreihen, oder 
Reihen mit abwechselnd Pfeilern und Säulen geschieden. 
Im Aeusseren spielen die Portale und Radfenster, die reich- 
lichen Thurmanlagen, die Lisenen, Bogenfriese und Zwerggallerien 
eine hervorragende Rolle. Das verwendete einheimische Steinmaterial 
führt nicht zu jener Feinheit der Durchbildung der Formen und zu 
der farbigen Wirkung, welche den italienischen, speciell toskanischen 
Bauten eigenthümlich war. Die künstlerische Durchbildung und Ver- 
werthung der theilweise auch glasirten Terracotta zeigen die Bauten 
in der norddeutschen Tiefebene. Diese Terracottabauten treten wieder 
in Gegensatz zu den dem Materiale zu Liebe höchst einfach gegliederten 
Granitbauten derselben Gegend. 
Mit der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts tritt eine 
Umbildung der Formen im Sinn des gothischen Styles ein. Man 
bezeichnet den also entstehenden Mischstyl aus romanischen und 
gothischen Elementen mit dem Namen des Uebergangsstyles. 
In den sächsischen Ländern finden wir die Hachgedeckte 
und die gewölbte Basilika, -Pfeilerreihen oder Reihen von abwechselnd 
Pfeilern und Säulen tragen die Arkaden zwischen den Schiffen. Die 
Grundrisse zeigen verschiedene Variationen, namentlich in Bezug auf 
die Verbindung der Kirchen mit den Anlagen der Thürme und Vor- 
hallen und der Dispositionen der Querschiffe und Chöre. Die ältesten 
Kirchen haben in der Anlage des wenig Vortretenden Querschiffes 
Aehnlichkeit mit den altchristlichen Basiliken, doch ist die Vierung 
schon durch Gurtbögen betont. Das Mittelschiff wird dann über das 
Querschiff verlängert und mit halbkreisförmiger Apsis versehen. 
Vom zwölften Jahrhunderte an tritt das Querschiff weit vor den 
Langbau vor, an die Ostseite desselben treten in der Verlängerung 
der Seitenschiffe Apsiden, oder es setzen sich, wie das Mittelschift 
auch die Seitenschiffe über das Querschiff fort und werden dann 
mit Apsiden abgeschlossen. Ganz ausnahmsweise wird auch hier ein 
Chorumgang mit radianten Capellen, ähnlich wie in den Kirchen 
der Auvergne angelegt. An der Westseite befindet sich häufig jener 
früher erwähnte zweite Chor, der als Sänger- oder Nonnenchor 
diente und mit der Thurmanlage in enger Verbindung stand. 
Charakteristisch für die sächsischen Bauten ist die Form des 
abgeschrägten, oder in dieser Abschrägung mit Säulchen besetzten 
Pfeilers, der sich nicht auf eine Gewölbeanlage, sondern auf die 
Flachdecke bezieht.
        

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