Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Mittelalters
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207933
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2208658
Der romanische 
Styl. 
vegetabilen Vorbildern entnommen, sondern die Vorbilder für die- 
selbe sind geometrische Combinationen, Zickzacklinien, gebrochene 
Stäbe, schachbrettartige Muster u. dgl. 
Als die wichtigsten Vertreter dieses Styles können die Kirchen 
S. Etienne, S. Trinite (beide XOÖÖ gegründet) und S. Nicolas in 
Caen gelten. 
Die Bauten der anderen Provinzen des nördlichen Frankreichs 
sind wenig bedeutend und zeigen keine local charakteristische Aus- 
prägung des Styles. 
III. 
Der 
englisch- 
momanische 
Styl. 
Die wichtigsten englischen Bauten zeigen die Vermengung 
continentaler Bauformen mit einheimischen und im Lande längst ein- 
gebürgerten sächsischen Elementen, sie sind in dem charakteristischen 
Style gebaut, den die Engländer den normannischen nennen. Im 
Grundrisse der Kirchen zeigt sich viele Aehnlichkeit mit der Anlage 
der Kirchen in der Normandie, nur wird der Chor häufig beträchtlich 
verlängert und das Querschiff erhält nicht selten an der Ostseite als 
Fortsetzung der Seitenschiffe des Ersteren ebenfalls ein Seitenschiff 
Im Aufbau machen sich viele locale Elemente geltend. Die Stützen 
sind als dicke kurze Rund- oder Achteckpfeiler oder als viereckige 
Pfeiler mit schweren Säulenvorlagen gebildet. Die Capitelle dieser 
Pfeiler erscheinen wie eine Combination einzelner Kragsteine oder 
Würfelcapitelle, auf welchen weiters die an der Hochwand bis zur 
Decke hinauf reichenden Säulen aufsetzen. Capitelle und Pfeiler sind 
in einem Raume häufig von verschiedenster Form, auch wechseln 
Rundsäulen häufig mit rechteckigen Pfeilern ab. Ueber den Seiten- 
schiffen sind Emporen angebracht, die sich mit einer kräftigen Bogen- 
architektur nach dem Mittelschiffe öffnen, über diesen folgt dann 
noch in der Höhe der Fenster der Hochmauer eine Wandgallerie 
mit Bogenstellungen auf Säulen. Fig. 32. Mittelschiffe und Seiten- 
schiffe sind mit reich geschmückten Holzdecken versehen. Das Innere 
der Kirchen trägt demnach den Charakter der Schwere und Massig- 
keit bei stark prononcirter Horizontalentwickelung. Besonders auf- 
fallend ist die Gliederung der Wände durch jene die joche trennenden 
Wandsäulen, welche scheinbar für die Aufnahme von Kreuzgewölben 
bestimmt, doch nur bis zu der formal und constructiv nicht in Bezug
        

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