Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Mittelalters
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207933
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2208476
romanische 
Der 
Styl. 
des Mittelschiffes 
nach 
ein Wechsel 
VOII 
stärkeren 
und 
schwächeren 
Pfeilern. 
In einzelnen Fällen kam aber auch auf ein quadratisches 
Gewölbe des Mittelschiffes je ein rechteckiges, der Längenrichtung 
der Kirche folgendes Kreuzgewölbe im Seitenschiffe. Ueber der 
Vierung wurde häufig eine achteckige Kuppel errichtet. 
Das Kreuzgewölbe erfährt im romanischen Style eine wichtige 
Umgestaltung, es ist in den seltensten Fällen als Durchdringung zweier 
Tonnen construirt, man hat vielmehr die Kreuzgewölbe einer Reihe 
durch starke, quer über die Schiffe gespannte Bögen (Gurtbögen) 
von einander getrennt und jedes Kreuzgewölbe so gebildet, dass 
die Diagonalkanten (Grate) nicht die Form von Ellipsen, sondern 
von Halbkreisen annahmen. Die Folge davon war, dass der Scheitel 
des Gewölbes nun höher lag als der der Gurt- und Wandbögen 
(Schildbögen). Das Gewölbe wurde in der 
Art eines flachen Kuppelgewölbes con- Fiä" 18' 
struirt, das auf den Gurt- und NVandbögen "X d f  x  X 
aufruhte. Zur Erzielung einer noch leich-   Y  f), 
teren Construction wurden in der Spätzeit     f 
des Styles auch die Grate als selbständige "f     
Bögen (Rippen) gebildet, so dass solcl1er- A"  IX  f 
art das Gewölbe aus vier ansteigenden Rmmnisches Traveg 
Gewölbefeldern zwischen tragenden Rippen  
und Bögen bestand. Als Träger dieser Bögen mussten den Pfeilern 
Vorlagen vorgesetzt werden, welche über ihren Capitellen die Bögen 
aufnehmen konnten. Aus dieser Anordnung entwickelte sich allmälig 
die Form des gegliederten Pfeilers, welche mit der Form des Gewölbes 
in engem Bezuge stand. 
Ausser Kreuzgewölben kamen aber auch Tonnen- oder Kuppel- 
gewölbe zur Ueberdeckung der Schiffe in Anwendung. 
Das Aeussere der Kirchen wird nun ebenfalls, im Gegensatze 
zum' Aeusseren der altchristlichen Basilika, lebendiger gegliedert 
und durchgebildet, namentlich wirkt hierbei in den nordischen Landen 
die reichliche Anordnung von Thurmbauten an der Westfacade, in 
der Vierung und häufig auch zu den Seiten der Vierung mit. Das 
ganze Bauwerk erscheint im Aeusseren reich gruppirt und nach 
Massgabe der inneren Anordnung wohl abgestuft. 
Alle diese Veränderungen und Weiterbildungen der altchrist- 
lichen Basilika machen sich aber in verschiedenen Gegenden in 
verschiedener Weise geltend. Grundform und Aufbau werden in
        

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