Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Mittelalters
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207933
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2208441
romanische 
Umbildung, welche in den Werken sämmtlicher occidentalischen 
Völker zum Ausdrucke kommt. Der Styl gehört den romanischen, 
germanischen, slavischen und anderen Völkern an und ist demnach, 
wenn auch in verschiedener Ausprägung, in dem grössten Theile 
Europas in Anwendung gekommen. Die Weiterbildung des römisch- 
christlichen Formenwesens geschieht unter den verschiedenfältigsten 
EinHüssen und auch zum Theil unter Verwerthung byzantinischer 
und muhammedanischei" Elemente. 
Den grössten Einfluss auf die bauliche Entwickelung dieser 
Zeit aber hatte der Umstand, dass die überwiegende Zahl bau- 
licher Leistungen grossen kirchlichen und klösterlichen Anlagen 
galt. Die bauliche Entwickelung geht Hand in Hand mit der 
Schaffung, Erweiterung und Vergrösserung dieser Klosteranlagen, 
welche ihrer Gesammtheit nach die Heimstätten der Cultur gegenüber 
den wilden Brandungen des Aussenlebens bildeten. Die Baukunst ist 
in diesen Zeiten vollkommen in den Händen der Klöster und Mönche 
und wird durch diese bestimmt. Die weitausgedehnten klösterlichen 
Anlagen kamen aber nicht blos der Entwickelung des Kirchenbaues, 
wenn auch dieser in erster Linie zu statten, sondern die verschieden- 
artigsten baulichen Anlagen zur Unterbringung der geistlichen Cor- 
porationen und zur Ausübung ihrer vielseitigen culturellen Mission 
werden mit denselben in Verbindung gebracht. 
Die Klöster werden zu ausgedehnten Baucomplexen mit Kirchen, 
Kreuzgängen, Capitelhäusern, Refectorien, Dormitorien, Bibliotheks- 
räumen, Pilgerherbergen, Brunnenhäusermwirthschafts- undXVohnungs- 
tracten und nicht selten nach Aussen durch Mauern, Thürrne und 
Gräben befestigt. Die Art der ganzen Anlage richtet sich nach den 
Satzungen der verschiedenen klösterlichen Corporationen und variirt 
demnach sowohl in der grösseren oder geringeren Entfaltung von 
Reichthum, als auch in der Anordnung des Ganzen und einzelner 
Theile. Benedictinen, Cisterciensen, Augustiner-, Franciscaner-, Domini- 
caner-, Karthäuserklöster unterscheiden sich in Lage und Bau- 
weise wesentlich von einander. Die Benedictinerklöster liegen auf 
Bergen, die der Cistercienser im Thale, die Klöster der Bettel- 
mönche (Dominicaner und Franciscaner) meist in Städten. Die 
Benedictinerklöster zeigen die reichste Anlage und Ausstattung, ihre 
Kirchen sind mit Doppelchören und Doppelthürmen versehen. Die 
Klöster der Cistercienser sind, entsprechend der strengen Regel des 
Ordens, auf das einfachste angelegt, ihre Kirchen sind mit geradem 
Chorschlusse versehen und haben keine Thiirme, die Karthäuser-
        

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