Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Mittelalters
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207933
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2208329
Die altchristlichen 
Style. 
Aufstellung der Oblationen der Gläubigen und zur Vorbereitung des 
Abendmahles, an der südlichen Seite das Diakonikom. zur Auf- 
Stellung der heiligen Bücher und Gefässe und zur Vornahme der 
Bekleidung des Priesters für die heilige Handlung bestimmt. Vor 
der Solea führte eine Treppe auf den gegen den Naos, den 
Raum für die Gläubigen, gelegenen Ambo (Kanzel). Im Naos 
wurde die Scheidung der Geschlechter, wie schon erwähnt, durch 
Anbringung von Gallerien für die Frauen (Gynäceen) in den Seiten- 
schiffen ermöglicht. Vor dem Naos lag eine geschlossene Vorhalle 
für die Büssenden: der Narthex, vor dieser zuweilen eine zweite Vor- 
halle: der Exonarthex, für die Flentes 
endlich der Vorhof oder Atrium. 
(Weincnden) 
bestimmt, 
und 
Grundform und Aufbau der byzantinischen Kirche waren aber 
namentlich durch die Verwerthung des Kuppelgewölbes zur Schaffung 
eines grossen, nicht durch Stützenstellungen getheilten Hauptraumes 
bestimmt. Es führte dies von selbst zur Gliederung der byzantinischen 
Kirche als Centralbau und zur Anwendung eines starken Pfeiler- 
baues als Stützen der Gewölbe. Die Anwendung freistehender Säulen 
trat mit Rücksicht auf die grösseren constructiven Massen seltener 
als in den Basiliken ein und bezog sich nur auf untergeordnetere 
Theile des Baues. 
Die Grundform der byzantinischen Kirche ist als eine XVeiter- 
bildung der Anlage der früher erwähnten Grab- und Taufkirchen, 
die wieder aus dem römischen Kuppelbau hervorgingen, anzusehen. 
Die Anordnung von Gallerien im Umgange verlangte eine be- 
deutende Erhöhung des über die Gallerien emporragenden Mittel- 
raurnes, der nun sowohl seiner Weite als Höhe nach über den 
Umgang dominirt. Die Kuppel erhebt sich (bei der Anlage eines 
achteckigen Mittelraumes) über acht Pfeilern, welche durch starke 
Bögen als Träger der Kuppel verbunden sind. Fig. 7 und 8. Zwischen 
je zwei Pfeilern tritt eine nischenartige Erweiterung des Kuppel- 
raumes in den Umgang hinaus, dieselbe wird durch Säulenstellungeil 
mit Bögen in zwei Etagen, entsprechend dem Galleriegeschosse und 
den die Nischen überdeckenden kleineren Halbkuppeln, gebildet. Nur 
an der Altarseite ist ein grösserer Ausbau mit einer dem ganzen 
Gebaude vortretenden Apsis angelegt. Der Umgang konnte nun im 
jiusseren Umfange entweder ebenfalls achteckig, conform dem Nlittel- 
raume, oder quadratisch angelegt werden, und erhielt in beiden 
Stockwerken gewölbte Decken, Tonnen mit Kappen. Zur Beleuch- 
tung des ganzen Raumes waren halbkreisförmig geschlossene Fenster
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.