Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Mittelalters
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207933
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209390
Styl. 
Der gothische 
119 
einem Giebel abgeschlossen wird. Darüber folgt dann der hoch- 
ansteigende Helm oder wRiesex, der in eine Kreuzblume endet und 
an den Kanten mit Krabben besetzt ist. Zuweilen ist die Fiale 
durchbrochen und als Baldachin über freistehenden Säulchen gebildetf 
Durch Gruppirung mehrerer Fialen in verschiedener Stellung und Höhe 
entstehen reiche Partien bekrönender Thürmchen, welche an den ver- 
schiedensten Orten des Baues Verwendung Hnden.  
Die höchste Vollendung und den letzten Flg m2" 
Abschluss erreicht das Aeussere der gothischen  l 
Kirchen durch die Ausführung der schlank in f 
die Höhe schiessenden Thurmbauten. War I: 
schon im Inneren der Kirchen der Ausdruck des l 
Aufstrebenden zur vollen Geltung gekommen, so  
sollte dies noch mehr und bis zur äussersten  
Consequenz des ganzen Bausystemes bei den  
Thürmen der Fall sein. Der romanische Thurm      
erhob sich gleichmässig prismatisch und in ein- I5  du  
zelne Etagen getheilt bis zu dem bCkfÖHCnClCD  i! 
Helme. Er wirkt noch als schwere, wenig durch-    
brochene und wenig gegliederte Masse. Ihm zu- l vlell um l 
nächst stehen die französisch-gothischen Thürme, j  l will;  
welche sogar in den seltensten Fällen mit Spitz-    ä 
helmen versehen wurden. Bei den deutschen  
Thürmen macht sich das Bestreben geltend, die-  
selben so leicht als möglich erscheinen zu lassen. i  Ü Ü" 
Schon die Hauptforrn gestaltet sich demnach fiäß"  
wesentlich von der der früheren verschieden. w-l "74 
Der Thurm erhebt sich auf quadratischer Basis  "E; 
durch mehrere Etagen, geht dann in die Form _ i "d: 
des achteckigen Prismas über und endet mit einer '15,  S; 
steil ansteigenden Pyramide. (Siehe Fig. 76.) Die r "ii  
7    Gothischer 'l'l1urn1 
VKandHachen werden vollstand1g durchbrochen, mit Holzhehn. 
ebenso der Helm des Thurmes. Sein constructives 
Gerüste wird namentlich wieder auf einzelne Pfeiler mit vorgelegten 
Strebepfeilern an den Ecken und auf die Etagengewölbe des Inneren 
reducirt, der Uebergang vom Quadrat ins Achteck durch Fialen- 
partien, Welche auf den abgeschrägten Ecken aufsetzen, vermittelt. 
Ausserdem macht sich bei den reicheren Thürmen der ganze Apparat 
von Stab- und Masswerk, Wimpergen, Giebeln, Fialen, Baldachinen, 
Krabben und Kreuzblumen geltend und gewährt hierdurch diesen
        

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