Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Mittelalters
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207933
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209329
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gothische 
Der 
Styl. 
Die Fenster Fig. 96 sind weit und hoch angelegt und oben 
mit dem Spitzbogen abgeschlossen, die Leibungen derselben nach 
Aussen und Innen abgeschrägt und reich profilirt. Zur Ausführung 
und Befestigung des Glasverschlusses war eine Theilung der Fenster- 
Öffnungen durch eingesetzte Stäbe nöthig. Die Stäbe, aus Stein 
gebildet, gingen in der Bogenöffnung des Fensters in ein System 
von kleineren verbindenden Bögen mit eingeschlossenen Kreisen und 
rosettenförmigen Figuren (Passen) über, so dass sich. hier ein reiches 
in verschiedenster Weise gegliedertes System von sogenanntem Stab- 
und Masswerk entwickelte, das das gothische Fenster vorzüglich 
charakterisirt und in keinem anderen Style gleiche Verwendung 
findet. Das Masswerk ist im dreizehnten Jahrhundert streng und 
Gothische Gesimsprot 
einfach gegliedert, wird aber im vierzehnten und fünfzehnten Jahr- 
hundert freier und willkürlicher gestaltet, namentlich kommen nun 
jene flammenförmigen Partien zur Füllung zwischen den spitzbogigen 
und kreisförmigen Stäben in Anwendung, welche manmit dem 
Namen der Fischblasen bezeichnet. Fig. 97. 
Die grossen französischen und deutschen Rosenfenster wie 
auch die kleineren Rundfenster erhalten im gothischen Style im 
gleichen Sinne, wie dies im romanischen der Fall war, eine Füllung 
mit einem Systeme speichenförmig gestellter Stäbe und mehr oder 
weniger reichem Masswerke, das von einer profllirten in die YVand 
vertieften Umrahmung eingeschlossen wird. Fig. 98. 
Das Stab- und Masswerk der Fenster findet auch an den Flächen 
des Baues zur Gliederung derselben Verwendung. Es wird in Relief 
ausgeführt an den Wänden unter den Fenstern der Seitenschiffe
        

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