Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Mittelalters
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207933
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209309
IIO 
Styl. 
gothische 
Der 
Die Gliederung des Pfeilers steht nun in engstem Bezuge zu 
der Gliederung des Gewölbes und zu den Formen der Rippen und 
Gurte. An den freistehenden Pfeilern reichen die Dienste in basilikalen 
Anlagen theilweise bis zu den Ansätzen der Scheidbögen und Seiten- 
schiffrippen oder an der Hochwand hinauf bis zum Schildbogen und 
den Rippen des Mittelschiffes. In den Hallenbauten erheben sich 
die Dienste mit den Pfeilern gleichhoch bis zu den Ansätzen der 
Gewölbe. Freistehende Säulen kommen jetzt nur in kleineren Dimen- 
sionen an Triphorien, Zwerggallerien, Fenstern u. dgl. in Anwendung. 
Das Gewölbe besteht nun entweder aus Gurt-Schildbögen und Dia- 
gonalrippen mit vier eingespannten Kappen, oder es ist aus einem 
netz- oder sternförmigen Systeme von Rippen mit eingewölbten 
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Gothische 
Rippenprofile. 
Kappen lNetz- und Sterngewölbe) gebildet und gehört in dieser 
reicheren Form erst dem fünfzehnten Jahrhunderte an. 
Wie im ganzen gothischen Bau macht sich auch an den 
Gurten und Rippen das Bestreben geltend, durch reiche Proiilirung 
und Auskehlung die glatten Flächen, damit die Wirkung der con- 
structiven Massen im Sinne grösserer Leichtigkeit verschwinden zu 
lassen und zu mildern. Die Form des Bogens hat nun mit der des 
antiken (architravirten) nichts mehr gemein. War bei dem letzteren 
die Grundform des Profiles ein Rechteck, ist sie nun ein Dreieck, 
das mit Rund- und Birnstäben, sowie mit Kehlungen gegliedert ist 
Fig. 90 u. 91. Die Gurte und Rippen sind im gothischen Style 
scharf und kantig, während sie noch im romanischen flach und derb 
gebildet waren. Wo die letzte Form beibehalten wird, wie in den 
italienischen Bauten, ist dieselbe als romanisches Element anzusehen.
        

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