Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen der Renaissance
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209545
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2210612
Slyl 
I)cr 
italienischen 
Renaissance. 
ornamentaler Auszier gemacht. Die Gesammtform geht von der 
Antike aus, erleidet aber unter dem Einflusse der Zeit eine für 
den Styl vorzüglich charakteristische Umbildung. Vor Allem 
reich und schön sind die NVerke Norditalicns, was hier offenbar 
mit dem schon im Mittelalter lebendigen Sinne für schmucke 
Thorbauten zusammenhängt. 
Thüreil von S. Gi obb e, S. Zaccaria, S. Maria. dei Mirnco l i, 
b" cuu la di S. Marco in Venedig, auf Pizxzza F ussat cllo, am Palast 
Cen t urio n e und an verschiedenen, oft in den engsten Gässchen gelegenen 
Gebäuden Genuafs, bei welchen aller Schmuck auf die Thürumrahmung 
gelegt wurde. 
Thor der Casa Waffeis in Bcrgzuno, der Kirche S. Maria delle 
G ra z i e in Mailand, des Doms zu C0 mo (Porta. della Rana), von S. 
Lorenzo zu Lugano, S. Niaria di Piazza zu Busto Arsizio, Casa 
Wudignnlli zu Lodi, lianco Mediceu zu lilailanrl, Cnsa Slangzr 
zu Cremuna, Kirche dci Miraculi zu Brescin, S. Cateriila. zu Bologna. 
Die römischen Thorc der I7rührenaissance sind durchweg von 
strenger und einfacher Form und mit mässiger Ornamcntiruilg ver- 
sehen, erheben sich aber gerade darin oft zu höchster Vollendung. 
'l'hürcn vom Ospcdalc S. Spirilo, vom Palazzo del (lovcrn a- 
Lure, von  Agostino, S. Maria del 13011010, S. Giacomo degli 
Spagn uuli, eines Hauses in Via dcl Gcsü u. s. w. 
Bei 'l'hürcn und Fenstern der Friillrcllaissallce kehrt das Prufnl der 
Umrahnlung über dem niederen Sockel des Gewiindes noch einmal 
Innen wieder. Es giebt (liess den Eindruck, als ol) der vierte Ar 
(leffnungsralnneils hier über der Schwelle herausgeschnitten wäre. 
gegen 
m des 
Die 
Thore 
der 
Hochrcn aisszmncc 
werden 
mit 
der 
Verein- 
fachung der Aussenarchitektur im I6. Jahrhunderte derber in 
den Formen angelegt und gewinnen immer mehr das Ansehen 
von triumphbogenartigen Vorbauten mit hohen Säulen oder 
Halbsäulen über Postamenten, als Träger von Gebälken und 
Umrahmung der Thoröffnung. 
Zuweilen ist neben glatt geputzter Mauer des Erdgeschosses 
das Thor wie ein selbstständiger Rusticabau ohne weitere Archi- 
tektur durchgebildet. 
Farnese, 
Palast 
Pandoll 
Eine grosse Zahl von Einfahrtsthoren an älteren italienischen 
Palästen stammt als Folge der zunehmenden Verwendung von 
Wagen, aus der Barockzcit, sie treten dann gewöhnlich als ganz 
selbstständige, später hinzugefügte Bauthcile mit der übrigen 
Architektur der Fagade in geringen formalen Zusammenhang.
        

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