Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen der Renaissance
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209545
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2210329
Der 
Styl 
italienischen 
Renaissance. 
S. Pietru in Nlunturio von Baccio Pintelli. Die kleine Fagade 
des einschiffigen Baues ist durch ein einfaches Gesims in zwei Etagen ge- 
theilt. Ecklisenen im unteren, Eckpilaster im oberen Stockwerke tragen 
zusrnnnierr (laS abschliessende Gebälk mit Giebel. Die Wßmndflächen sind 
nur durch das Thor und ein Rundfenster darüber unterbrochen. 
S. Agostino von demselben. Die dreischiffige Anordnung ist in 
der Fngade durch die Pilasterstellungen bezeichnet. Das höhere lllittel- 
Schiff mit zwei Ordnungen, die Seitenschiffe mit einer Ordnung, über 
welcher grosse Voluten die Seitcndiicher verdecken. 
Aehnliche Anordnung zeigen Pintellis Fagaden von S. (jiacumu 
degli Spagniloli und S. Maria del Pupulo. Ohne Eckvuluten: Die 
Fagade der (lreischifflgeil Kirche  Maria clelP Ällimn. von Giulianu 
da Sangzillo, 1500. Sie ist durch drei Ordnungen Filmstar mit (iebilkeai 
gegliedert und erhebt sich uhne Rücksicht uufklas dahinterlicgendc Dach 
durchweg gleich hoch. Im grellen Gegensalze zur 'l'rockenheit und asce- 
tischen Einfachheit dieser römischen Fagaden steht der spielende Reich- 
thum der Fhgade von S. Maria. dei Miraculi in Venedig. Pietru Lum- 
harrlo, 1480. Pilasterstelliulgeix in zwei Etagen, unten mit horizulltnlelll 
Liebälke, oben mit Bögen. Alles reich in verschiedenfarbigem lXIzirmor 
incrustirt und mit Reliefs besetzt. 
In einzelnen Fällen werden den Kirchen der ganzen Breite nach 
V0 rh allen vorgelegt. Sie erheben sich als läogengange entweder 
in einer Etage und reichen dann nur etwa bis zur halben Höhe 
der Kirche, oder sie maskiren in zwei Reihen übereinander gestellt 
die ganze vordere Abschlusswand. Die Fagade hat jetzt eigentlich 
nur auf die Vorhalle Bezug und steht mit der Disposition des 
Kircheninneren in keinem formalen Zusammenhang. 
Einstöckige Hallen an S. Maria in Arezzo von Benedettu da 
lllajanu. Säulen mit Gebälkstiickelm und Bögen als Träger des weitaus- 
ladendexx Daches. An S. Maria in Navlcella zu Rom von Rafael mit 
fünf Bögen zwischen Pilastern in den einfachsten Formen bei schönsten 
Verhältnissen. 
Zweistöckig: S. Harco in Rom. Je drei Bögen, unten zwischen 
lialbsäxllen, oben mit Pilastern. Die Vorhallen von S. S. Apostoli und 
 Pietro in Vincoli, beide vun Bacciu Pintelli. Die erstere mit neun, 
die letztere mit fünf Bögen, unten auffachteclaigen Pfeilern, oben auf 
Säulen. 
Neben diesen Faeaden trat dann schon am Beginne der 
Frührenaissance durch Alberti die Gliederung der Abschlusswand 
durch mächtige Pilaster, welche durch die ganze Höhe 
derselben gehen und Gebälk und Giebel als oberen Abschluss 
tragen, ein, womit die Betonung der durchgehenden Höhe des 
Innern, im Aeusseren unter freier Nachbildung einer römischen 
Tempelfrollte erreicht wird. 
        

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