Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen der Renaissance
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209545
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209900
italienischen 
Renaissance. 
Für die weitere Ausbildung der Fagaden tritt die Incrtistzttion 
der Wände mit verschiedenfarbigem Marmor bestimmend ein. 
Die Geltendmachung dieses Materials schliesst die ausgiebige 
Verwerthung der Rustica aus, fördert aber mit Hilfe einer freien 
Gebiilk- und Pilasterarchitekttlr die Schaffung entsprechenden 
Rahmenwerks zur Ausfüllung mit farbigem Marmor oder Relief- 
ornamenten. Die Fenster sind rundbogig und durch eingestellte 
Säulen getheilt. Vor dieselben treten frei ausladende Balkone 
und vollenden den festlich heiteren Charakter dieser Fagaden, 
der mit dem strengen Ernste der toscanischeil Rusticapztlästc: 
nichts gemein hat. 
 I'alast Vendramin (falergi von Pietro Lmnbarilo (1481). Die 
Paläste Clorner Spinelli (mit Rustica im Erdgesehosse), Dario, 
Nlallzoni-Allgarani, (lri1na11ia.H.l'ultx, 'l'revisan u. s. w. Derselbe 
Typus bleibt auch, unter Anwendung stärkerer iXiisrlrticksmittel, für die 
Hochrenaisszincepalitste in Venedig massgelvenrl. 
Die Paläste (lrimani a S. Luea und (Iorner Moeenigo Voll 
Miehele Samniicheli, (Turner (lella ca (lrande. (1532) und Manin 
Vnll jiicopo Sansovinu, (Tontarini von Vincenziu Sealnozzi, u. A. 
Auch ausserhallv Venedigs, wo immer sich venezianischer Einfluss 
geltend machte, ist diess in der Bauweise der Paläste und llätiser, welche 
vollständig dem genannten 'l'ypus folgte, zu erkennen. Padua, Vicenza, 
läergzunu und die ilalmatinisehen Küstenstiidte Zara, Sehenicrm, Spalato, Trau 
enthalten eine ganze Reihe meist kleinerer Renaissancehiitiser odenRestc 
von solchen, deren Formen den venezianischen vollständig nachgebildet sind. 
Anders gestaltet sich wieder der norditalische Backstein- 
palast (Fig. 6). Zwei Bedingungen beeinflussen den Charakter 
desselben. Die Verwerthung und ldi11stlerische Durchbildung des 
gebrannten Thones und die Umwandlung der lilrdgeschosse nach 
der Strasse in offene fortlaufende Hallen mit Bogenstellungen 
auf Pfeilern. Die erste Bedingung musste von vorne herein eine 
durch grosse Formen und kräftige Ausladungen wirkende Archi- 
tektur ausschliessen. Die zweite verhinderte es jede Faqade für 
sich als abgeschlossenes Ganzes zur Geltung zu bringen, da die 
Ilallenanlage allen Häusern einer Strassenseite gemeinsam ange- 
hörte. Selbst die hinter die Fagade und in die Halle zurücktre- 
tende Hausthüre stand nicht mehr im Bezuge zur Disposition des 
Aeusseren. Das Gerüst der Fagade besteht demnach aus Arkaden 
im Erdgeschosse und gleichmässig vertheilten Fenstern in den 
von Gesimsen getrennten und mit dem _Hauptgesimse bekrönten 
Stockwerken.     
Die wichtigsten Pzmläste 
nter die Paläste Fava, F 
ieses Typus 
hia, Isulanf 
sind i 
 u. A. 
erhalten, 
Bologna
        

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