Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen der Renaissance
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209545
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2211331
Der 
Styl 
Renaissance. 
deutschen 
157 
Vollständig in der YVeise italienischer Renaissance oder von 
italienischen Meistern ausgeführt: 
Rathhaus zu Görlitz. Als hervorragendstei" Theil die Freitreppe 
mit Balkon und Portal aus dem Jahre 1537. 
Rathhaus zu Posen, 1550, von (liov. Balt. de Quzulro aus 
Ifugano. Dreifache Bogenhalle zwischen 'l"hürmen, ausserdem grusser 
völlig im Sinne des italienischen Styles erriehleler 'l'hurn1. 
Rathhaus zu Iärieg, Landhaus in Graz u. A. 
Das Privath aus erhebt sich über einem langgestreckten 
Baugrunde, dessen Schmalseite der Strasse zugekehrt ist. Die 
Grun(lrissdisposition (Fig. 91 und 92) zeigt Weder die auf ach- 
siale Anordnung berechnete Anlage des italienischen Hauses, 
noch die auf praktische Verwerthung des verfügbaren Platzes 
durchdachte Vertheilung der 
Räume des französischen; hier 1'114 91 ll- 92- 
scheint Alles mehr zufällig und   l 
für die Schönheit einer wohl  Ei i] ä 
ausgedachten Grundrissanlage       C 
war wenig Verständniss vor-  i 
handen.  "  i? 
Der enge und nach der  i   
"liefe des Hauses langge-       
streckte Hof wird an einer "T5     
oder mehreren Seiten in den    i:   _ 
Etagen von offenen Gängen, d" ü ä  
welche auf Consolen, zuweilen   Ü 
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auf Säulen mit Bögen ruhen,   
umgeben. Die Stiegen sind als Pfivßlllßus- 
NVendeltreppen in die Eck- 
thürme der Höfe verlegt, oder sie werden zumeist zur Seite des 
Eingangsraumes ohne weitere architektonische Vermittlung an- 
geordnet. Die Räume, Stiegen, Hofhallen erreichen niemals jene 
Weitliiußgkeit, hauptsächlich nicht die zur Planaustlehnung ent- 
sprechende Höhenentwicklung, wie beim italienischen Hause. Hier 
sind die Verhältnisse durchweg gedrückte, und es resultirt daraus 
auch für die Fenster, Thore und Bogenstelltingen eine Breit- 
gedrücktheit der Form. 
Die Facade des Hauses (Fig 93) ist schmal und hoch, und 
durch einen mächtigen Giebel als Stirnseite der Anlage charak- 
terisirt, im Wesen der Fagade des gothischen Hauses ähnlich. 
Die Giebelwand wird bis tief in's 16. Jahrhundert hinein in der
        

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