Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen der Renaissance
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209545
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2211279
Der 
Styl 
Renaissance. 
deutschen 
Schloss zu Heidelberg. 
schiedenen Zeiten entstandenen A1 
der Friedrichsbau. 
Die 
nlage 
wichtigsten Theile der in 
sind der Otto Heinrichs- 
ver- 
und 
Der Otto Ileinrichsbutt erhebt sich über einem Llnterbau, durch 
drei Etagen. Die Grundrissdislnosition der ganzen Anlage ist von geringeln 
WVerthe. In der Fagade sind die Stockwerke durch Gehälke über Pilastern, 
im letzten Stockwerke über llalhsäxilen, betont. Die Fenster sind durchweg 
Doppelfenster und gleich weit von einander vertheilt. Zwischen den 
Fenstern werden die Gebiilke alternirend von Pilastern und Consolen ge- 
tragen. Unter den Consolen sind die Fensterpfeiler mit Figuren-Nischen 
besetzt. Eine grosse 'l'riumphthuranlage über Freitreppen bildet den 
Ilatlpteingailg. 
Alle Architektnrtheile wie Pilaster, (jebälke, Consoleil, Fensterum- 
rahlnungcl] 
auf das 
Reichste 
ornamentirl. 
Der Otto Tleinrichshatl gilt als eine der glänzendsten Bauten der 
deutschen Renaissance, er verdankt aber seinen Ruf nur der tüchtig aus- 
geführten urnamentalen Auszier, während der rein architektonische Theil 
des Ganzen einen Architekten vermuthen lässt, der die Formen der italieni- 
schen Renaissance wenig kannte oder nicht geschickt zu verwerthen wusste. 
Die Disposition des Baues im Grundrisse wie in der Fagade spricht dafür. 
Die gedrückten Verhältnisse der Pilasterstelltlngen, dic ganz unmoti- 
virte ilnurnlnung der Figurennischen unter den (jonsolen, die volle Rath- 
lusigkeit bei der Bildung sämmtlicher Gliederungen, besonders der Fenster- 
ulnrahmungeil und Giebel, endlich selbst das lllissverhältniss in der Orna- 
mentirung bezeugen, dass auch bei einem so bedeutenden NVerke die 
Architektur dem YVesen des Styles entsprechend, weit zurücktritt gegen 
mehr äusserliche (lecoralive Auszier. 
Architektonisch weit tüchtiger ist die Fagade des Friedrichsbaues. 
Sie wurde 1601 von Friedrich IV. begonnen und, der späteren Zeit ent- 
sprechend, in kräftigeren Formen (iurchgeführt. Der Bau macht den Ein- 
druck, als ob der gewandtere Architekt desselben den Otto Heinrichsbau 
habe corrigiren wollen. 
Er hat hierbei eine entschiedenere Vertikalgliederung eingeführt 
und zeigt vollste Sicherheit in der Behandlung der Architektur. In der 
Ornamentik lässt sich eine all zu cierbe, aber mit sicherer Hand ge- 
zeichnete -Formengebung, welche mit der italienischen Richtung nichts 
gemein hat, deutlich erkennen. 
Schlösser zu Weikersheim, Mergentheim, bischößiche Resi- 
denz zu Bamberg, Oels u. A. 
Zu den bedeutendsten Bauten des I7. Jahrhunderts zählen S" 
Die Residenz in München, IÖOO-IÖIÖ' erbaut von Heinrich 
Schön und Hans Reifenstuel. Dieses grösste Schloss der Zeit lässt durch 
seine fein abgewogene Grundrissdisposition, wie durch die Formen des 
Aufbaues einen bedeutenden Einfluss italienischer Stildien erkennen und 
nimmt eine Ausimhlnsstelle vor allen übrigen Schlössern auf deutschem 
Boden ein.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.