Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen der Renaissance
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209545
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2211173
Styl 
französischen 
Renaissance. 
Zuweilen werden Wand- und Deckentäfelungen mit feinen 
Goldornamenten bemalt, welche in Form und farbiger Wirkung 
an Damascirarbeit erinnern (Fig. 82). 
Bnllaemleckeim mit reicher Bemalung im Schluss- lilois. 
Cassettemleckeia theils mit der zugehörigen Wandtäfeluiag, dem 
Kamine u.  w. erhalten in den Schlössern Arnayfle-Duc, Chenun- 
ceau, Bcauregard, Anet, im Sanlc des Assiseilhofes in Dijnn und 
Rauen, im Dllause der Agnes Sorel" in Orleans. 
(luldornruncnte auf Nnssholz als Nachbildung von Damascirarlweit 
an den Lamln-is und Cassettemlecken der Schlösser Ancy-le-IFranc 
lVlit der lelochrenaissance wird das" Decorationssystem des 
Innern im Sinne der Spatzcit des italienischen Styles weiterge- 
bildet. Die ruhige Fläichentheilung mit ihrer klaren Umrahmung 
und ihrer für dieselbe componirten figuralen und ornamentalen 
Auszier macht einem üppigen Apparate plastischer und gemalter 
Stuclcornamente Platz, welche sich Weder in den Grenzen der 
derben Umrahmungcn als Füllwerk hält, noch auch ausserdem 
die Relieftläiche als solche respektirt. Das rein vegetabile Orna- 
ment weicht jetzt der hguralen Auszier und der verschiedensten 
Art der hängenden Zier. Zu diesen Formen gesellt sich reiche 
Farbengebung und ausgiebige Vergoldung. Der Vertheilung der 
Decoration gestattet das Spiegelgewölbe die grösste Freiheit. 
(Jalerieen Franz I. und Ileinrieh ll. im Sehlosse zu Fontaine- 
hleau, decorirt von Russe, Primaticeiu, Niccule dell" Abale u. A. 
Das 
französische 
Renaissance- 
Ornament. 
Die Ausbildung des Ornamentes 
vollen Entfaltung des Styles in der 
in FfäYlklTZiCh 
Architektur 
geht der 
überhaupt 
voraus. 
Gleich zu Beginn des Styles, in einer Zeit, wo nur allmiilig 
die Fagadengliederung durch antike Formen versucht wird, sehen 
wir an den frühesten halbgothischen Bauten ein vollständig 
durchgebildetes Frührenaissance-Ornament von eben so schöner 
Composition wie Ausführung zur Anwendung kommen, das 
seine volle Verwandtschaft mit dem italienischen Ornamente 
nicht verläugnet, aber trotzdem eines selbständigen Charakters 
nicht entbehrt. Die Vorbedingungen, welche für das italienische
        

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