Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen der Renaissance
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209545
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2211151
Styl 
Der 
französischen 
Renaissance. 
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der hohen Rauchfäilge, der Dachfirste und Dachflachen ge- 
nommen werden. 
Die Thurmdiicher sind kegelförmig, die der Pavillons zelt- 
förmig. Niemals kehrt sich das Dach in seiner ganzen Höhe 
Giebel bildend gegen die Fagade, dagegen sind die einzelnen 
Trakte des Hauses auch durch die Dachbildung deutlich hervor- 
gehoben, indem das Dach nach allen Seiten derselben abfällt, 
womit also das Pavillon- oder Thurmdach vom Hausdach förmlich 
getrennt ist. In die hohen Dächer schneiden die kleineren Dächer 
der Lucarnen ein, zuweilen werden in grösserer Höhe über den 
am Fusse der Dächer ansetzenden Lucarnen noch kleinere Dach- 
fenster angebracht, die aber ebenfalls eine reichlichexUmrahmung 
mit Giebelaufsatz u. s. w. erhalten. 
Besondere Vorliebe zeigt der Styl für die Durchbiltlung des 
Kranzgesimses, hier ist es hauptsächlich die Frührenaissance, 
welche an der Stelle, wo das Dach aufsetzt, einen reichen Formen- 
apparat verwerthet, der freilich ganz anderen Zielen zustrebt, 
als diess beim italienischen Kranzgesimse der Fall war. Der 
weitausladende Kranz hätte zum hohen Dache und zu den, durch 
den Kranz laufenden Lucarnen schlecht gepasst, er ist demnach 
von vorneherein ausgeschlossen, ihn ersetzt dagegen eine Form, 
welche mehr verbindend als abschliessend wirken soll, ein band- 
artiges Gesims, das in der Regel noch miteiner reichen, ganz 
besonders ornamental gehaltenen Balustrade abschliesst. Auch 
das gothische Element der Wasserspeier ist in die neue  
herübergenommen und erhält charakteristische Durchbildung. 
Die eigenthümlichste und weitgehendste Auszier wird den 
Schornsteinen zu Theil, sie sind im einfachsten Falle als hohe 
postamentartige Aufsätze mit umrahmten Feldern nach allen 
vier Seiten und Deckgesims nach Oben gebildet, zuweilen werden 
sie aber zu förmlichen thurmartigen Aufsätzen mit reich ent- 
wickelter Tabernakelarchitektur, runden oder rautenförmigen ein- 
gelegten Fliichen und tiguralen Darstellungen, und geben solcher 
Art in Verbindung mit den übrigen Formen des Daches dem. 
Schlosse oft ein bizarres und fantastisches Wesen. 
Auf die Spitzen des Daches werden als letzte Eildigung 
Wetterfahnen gesetzt. 
dem 
Die Bild u ng cl e s In n e n r au m e s steht noch theilweisc unter 
Einflusse des Mittelalters, ist aber von Anfang an eine
        

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