Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen der Renaissance
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209545
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209817
Styl 
italienischen 
Runaisszu 
keiten und der verfügbaren Materialien; im Vereine mit den 
allgemeinen Culturverhältnissen des Landes bestimmen diese die 
so vielfach verschiedenen Ausdrucksweisen des neuen Styles. 
Dem individuellen Geiste der Zeit entsprechend ist auch 
die Kunst eine individuelle, die Eigenarten der grossen Meister, 
wie Brunellesco, Bramante, Rafael, Michelangelo, Palladio u. A. 
aussern sich in eben so vielen Stylvariationen; der Charakter 
grosser Städte und Oertlichkeiten spricht sich in den dort ent- 
stehenden Werken aus und fördert eine Horentinisch-sienesische, 
venezianische, römische, genuesische u. s. w. Renaissance, endlich 
tritt das verwendete Material massgebend bei der Durchbildung 
der Structiv- und Decorativformen ein und äussert sich verschieden 
dem 
toscanischen 
Stein- 
dem 
norditalischen 
Incrustations- 
und Terrac0tta-, dem römischen Putz- und Steinbau und den 
verschiedensten Weisen der ornamentalen Darstellung. 
Im Gegensatze zum griechischen und nordisch-gothischen 
Style fehlt in der Renaissance der klare Zusammenhang zwischen 
Structur und Decoration, der unverrückbare Organismus des 
Bauwerkes, damit der hohe Ernst der Erscheinung. Das Schwer- 
gewicht liegt in der schönen Bildung des Einzelnen und des 
Ganzen ohne tiefer gehende Begründung der abgeleiteten und 
vielfältig combinirten Formen. Die italienische Renaissance erhebt 
sich aber als Decorativstyl einerseits und als Raumstyl anderer- 
seits hoch über ihre Vorläufer und gewährt den vielfältigsten 
Anforderungen entsprechende Lösungen. Zum vollen Ausdrucke 
kommt in den Objecten das enge Zusammenwirken der ver- 
schiedenen Künste. Architektur, Sculptur, Malerei wirken fast 
an jedem Objecte gemeinsam und in voller Uebereinstimmung mit, 
dem Mangel an strengerem Organismus steht diese mehr äusser- 
liche Harmonie der Kunstform im Sinne des Styles gegenüber. 
Man unterscheidet ZWCi Hauptperioden der italienischen 
Renaissance Die Frührenaissance (Styl des Quattrocento) währt 
bis zum Ende des fünfzehnten Jahrhunderts, die Hochrenaissance 
(Styl des Cinquecento) von hier bis in die zweite Hälfte des 
sechzehnten Jahrhunderts. 
Die Frührenaissance befreit sich nur allmälig von dem Ein- 
Husse des Mittelalters. Die Umwandlung tritt vorerst unter der 
ganz ausserlichen Verwerthting des decorativen Apparates aus 
der Antike ein. Die Werke der Zeit tragen entweder den Aus- 
druck einer gewaltigen Festigkeit, oder es prägt sich in den-
        

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