Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen der Renaissance
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209545
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2211068
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Styl 
Der 
der 
französischen 
Renaissance. 
. 
Palastfagade im Sinne des französischen Styls, unter Verwerthuiig einer 
edel durchdachten Pilaster- und Bogenarchitektur. 
Zu der grossen Zahl Iläuser der späteren Zeit zählen „das Hans du 
Cerceank", nllzurs der Dinna von Poitiers", „l"nvill0n der Ieanne 
d'Arc" in Orleans u. A. 
Häuser mit Quader- und Backstein-Fagaden: 
In Orleans das Ilaus rue de l'Ormerie mit Bogenstelluilgerl auf 
Säulen und gemusterter Ziegelwand im Hofe. Rue du Battoir vert u. A. 
Fachwerkslvauten vollständig in mittelalterlicher Gliederung der 
Fngade, aber mit Renaissancedetails: 
In Rouen (rue de ln grosse Ilorloge), in Orleans, Gnllardon (Eure 
et Loir), Beauvais u. a. O. 
In den Kirchenbau hat die französische Renaissance nur 
wenig bestimmend eingegriffen. Die reiche Thätigkeit des Mittel- 
alters auf diesem Gebiete hat der späteren Zeit wenig Baubedürf- 
niss übrig gelassen. Wo es sich aber noch um Neubauten handelte, 
wurde das hergebrachte structive Schema des gothisehen Styles in 
Ausführung gebracht und in den reichen Formen des Flamboyant- 
styles deeorirt, nur in wenigen Fällen werden die Deeorativformen 
im Sinne der Renaissance gebildet und mit der mittelalterlichen 
Structur in nur losen Bezug gebracht. 
Pilaster-, Kandelaber- und andere Formen müssen zur Bildung 
der Strebepfeiler und "Fialen Verwendung finden, reiches Orna- 
ment deckt die Schlusssteine und Gewölbekappen, deren Rippen 
nun ebenso im Sinne des neuen Styles zu Frucht- und Laub- 
strängen umgebildet werden. Diese allzu gewaltsame Verbindung 
von Formen verschiedener Style führt in keiner Weise zu Werken 
von hervorragender Bedeutung, sondern höchstens zu interessanten 
Decorationssttieken. 
Mit dem Ende des 16. Jahrhunderts tritt der Einfluss der 
italienischen Hochrenaissance auch im französischen Kirchenbau 
auf und mit demselben kommt der Kuppelbau. der im Barock- 
style volle Verwendung findet, in Uebung. 
Chor von St. Pierre zu Caen, 1521 erlmut von Ilector Sohier. 
In glänzender Weise sind die Formen der Renaissance den Structivfurinen 
des Mittelalters decorativ angefügt. Strebepfeiler, Lisenen, Gesimse, he- 
soimtlers aber die Fialen und 'l'hürn1chei1 und alles Fiillwerk ist vollständig 
in Renaissanceformen umgebildet. 
Fagarlen von Treport, Gisors, Vetheuil (1533-1550), St. 
Clotilde zu An delys (1540) und das Innere der Kirche von 'l'illii-res 
siimmtlich in der Normandie. 
Dem vorgeschritteneren Style gehört die Fagade von St. Etienne 
du Mont (1610) und die Kirche St. Eustache, 1532, von Meister David,
        

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