Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen der Renaissance
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209545
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2210946
Der 
Styl 
fran zösischel 
Renaissance. 
auf achsiale Anlage berechnet. Als besonderer Theil der Anlage 
erscheint ein langer grosser Raum, die Galerie. 
Der Unregelmässigkeit der grossen Anlage steht eine auf 
höchste Bequemlichkeit des Verkehrs gerichtete Vertheilung der 
einzelnen Räume gegenüber, ein reifliches Ausklügeln und eine 
absichtliche Berechnung in der Ausnützung des Planes. Die 
Stiegen sind als Wendeltreppen in thurmartigen Vorbauten an 
die Gebäudetrakte angesetzt, werden aber nicht selten in ihrer 
Art zu Meisterstücken der Anlage und Construction. Mit den 
Stiegen stehen dann oft grössere Vorräume in engem Bezuge. 
NVar die Anlage des italienischen Palastes durchaus auf monu- 
mentale Regelmiissigkeit berechnet, so ist die des französischen 
Schlosses mehr auf Bequemlichkeit, auf rafünirte Gliederung der 
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Disposition, damit mehr auf das Einzelne gerichtet und demnach 
vielseitiger, reichlicher, weniger monumental, der wahre Ausdruck 
des Landsitzes im Gegensatze zum Palaste. 
Umgeben wurde das Schloss von Wassergraben, über welche 
Brücken nach den Eingängen geschlagen waren. Der von dem 
Hause selbst umgebene Hof galt als Haupthof, als cour d'honneur. 
Zur Seite des Hauses lag der Wirthschaftshof, la basse cour, 
von den entsprechenden Häusern begrenzt. Zum Schlosse gehörte 
ausserdem eine weite Gartenanlage verschiedener Bestimmung 
als Zier-, Obstgarten u. s. w. 
S0 ist die Anlage im Grossen und Ganzen als eine Weiter- 
bildung der mittelalterlichen Disposition anzusehen, sie ist voll- 
kommen im Sinne des französischen Geschmackes entstanden
        

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