Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen der Renaissance
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209545
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2210915
Der 
Styl 
französischen 
r- ' 
XCIIZUSSGIICC. 
völlig organisches, aber in jeder Beziehung höchst charakteristisches 
Forrnenwesen entwickelt. 
Die französische Renaissance hat viel länger als die ita- 
lienische an den baulichen Traditionen des Mittelalters festge- 
halten und hat sie auch dann nicht ganz verleugnet, als mit 
der zweiten Hälfte des Jahrhunderts das Verständniss für die, 
in den Formen der Hochrenaissance zum Ausdrucke kommende 
Antike eintrat, aber sie wusste aus voller Uebcrzcugung die ein- 
heimische Weise mit der fremden Form zu einem neuen Formen- 
systcme derart zu verbinden, dass der Gesammttypus der Bau- 
weise bis in die erste Hälfte des I7. Jahrhunderts mit dem der 
italienischen Werke nichts gemein hatte. Der italienische Styl 
wurde nicht durch Italiener, sondern durch französische Meister 
in die Weise des Landes übersetzt. In einzelnen NVerken tritt 
durch die Berufung italienischer Künstler nach Frankreich ein 
fremder Einfluss ein. Er äiussert sich aber nicht in der Weise, 
dass nun Bauten vollständig im italienischen Style errichtet 
werden, sondern die Meister suchten der französischen Art mit 
ihren Mitteln gerecht zu werden. Nur für die Decoration des 
Innenraums wurde in einzelnen Fällen durch italienische Meister 
eine volle Uebertragung des italienischen Decorationssystems der 
Hochrenaissance in Ausführung gebracht. 
Die Frührenaissance währt bis zur Mitte des 16., die Hoch- 
renaissance von hier bis in die ersten Decennien des 17. jahr- 
hunderts. Auf die Entwicklung des Styles nimmt die Baulust der 
Könige aus dem Hause Valoisik) den mächtigsten lilinfluss. 
Die Regierungszeit Franz I. bezeichnet die Glanzepoche 
der französischen Frührenaissaiice. Mit der Zeit Irleinrich H. be- 
ginnt die Umwandlung des Formenwesens im Sinne der Hoch- 
renaissanee, mit Ludwig XIII. der Barockstyl. 
 Mehrere bedeutende Architekten, mit den antiken und 
Renaissaneeformen besser vertraut als ihre Vorgänger, treten 
durch bedeutende Bauten und nicht weniger durch theoretische 
Unterweisung in ihren Architekturbiicliern für die Bauweise be- 
stimmend ein, ohne aber der Architektur den Typus der fran- 
zösischen Weise zu nehmen. Pierre Lescot 1510-1578, Philibert 
der 
Hoch- 
urich 
4589 
n- 1547-4559, 
(letzter Valois),
        

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