Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen der Renaissance
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209545
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2210889
Der 
Styl 
Renaissance. 
italienischen 
Die Kugeln und Ringe der Mediceer, die päpstlichen Embleme, 
die Abzeichen kirchlicher und weltlicher Würden werden in der 
Ornamentik 
verwerthet. 
In demselben Sinne werden auch als decoratives Füllxverk 
einzelne Buchstaben, Worte und Sätze auf Schrifttäfelchen oder 
in grösseren Flächen ausgearbeitet. Auch diese wirken als Orna- 
ment neben ihrer sonstigen Bedeutung, trotzdem die antiken 
Majuskeln niemals eine ornarnentale Umbildung erfahren. 
Die grösste Lebendigkeit gewinnt die Renaissance-Decoration 
durch die reichliche Verwerthung der menschlichen Figur. In 
keinem Style ist diese in so verschiedenfältiger Bedeutung vom 
beziehungslosesten Zierwerk bis an die Grenze des selbstständigen 
Bildes im Ornamente zur Anwendung gekommen, wie hier. 
Fig. 71. 
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Puttel? als Wappenalter. 
Sie Endet fast überall Platz, 
an den durch die Architektur 
besonders vorgesehenen Stellen 
sowohl, wie im Ornamente und 
hier oft bis zu völliger Freiheit 
der Bildung als "ziusserliche Zier. 
Für die Dimensionen der plas- 
tischen oder gemalten figürlichen 
Darstellungen ist der Decorateur 
nur an einen idealen Massstab 
gebunden, 
die Grösse 
der, im richtigen 
der mehr mit der 
Gefühle des Künstlers gelegen, 
Architektur oder dem Ornamente 
verknüpften bildlichen Zier bestimmt. 
An ein und demselben Objecte folgt aber der ügurale Schmuck 
oft mehreren Massstäben, diese Verschiedenfältigkeit im Vereine 
mit dem Reichthum der Form und Behandlung übt wesentlich 
in charakteristischer Weise Einfluss auf den Habitus des Renais- 
sancebaues 
Die Gegenstände der Darstellung sind unzählige und dem 
Bereiche der heidnischen und christlichen Religion, der Ge- 
schichte, dem Alltagsleben u. s. w. entnommen. Häufig ist die 
Figur lediglich ihrer Schönheit halber als Füllwerk verwendet. 
Besonders bezeichnend für die Frührenaissance ist die häufige 
Verwerthung von Putten. Diese Kindergestalten sind ins Ornament 
verwebt in der vielfältigsten Thätigkeit, besonders aber als Träger 
oder Hälter von Wappen (Fig. 71), Schrifttäfelcheil, Festons u. s w.
        

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