Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen der Renaissance
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209545
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2210810
Der 
Styl 
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Renaisszu 
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verzichten. Hier erscheint Alles bedeutend vereinfacht und auf 
grössere Massen im Detail berechnet. MOdClllfLlDg und Farb- 
gebung (gelb, grün, blau, violett und weiss) bedingen eine  
schränkung bei der Verwerthung der Formrnotive, welche es 
nicht zufällig erscheinen lässt, dass das Gebiet dieser Technik, 
neben figuralen Reliefen, in klar gezeichneten, kräftigen Frucht- 
schntiren, Fcstons u. dgl. zum Ausdrucke kommt. 
Die Nebeneinanderstellung von Fruchtschnüren aus Marmor, 
Bronce und glasirter Terracotta lässt über den Einfluss der ver- 
schiedenen Techniken auf die Durchbildimg der Form, und über die 
verschiedenen charakteristischen Wirkungen ähnlicher Motive bei 
der Darstellung in verschiedenem Materiale keinen Zweifel offen. 
Fast ungebunden durch einen Zwang des Materials erscheinen 
die Stuckornamente. Diese, besonders für Innendecorationen 
verwerthet, sind anfänglich von den antiken Resten wesentlich 
beeinflusst, sie fügen sich mehr oder weniger plastisch, ganz 
weiss, bemalt oder vergoldet, jeder Raumdecoration an, ohne 
als Surrogat für Stein, Holz, Metall etc. gelten zu wollen. 
Das gemalte abschattirte Ornament geht von der 
Nachbildung des plastischen aus. Die Mittel der Darstellung sind 
höchst verschiedenfältige, je nachdem es sich um die Wiedergabe 
der plastischen Form, durch Abstufung in einer Farbe um die 
Nachbildung von Reliefs aus verschiedenem Material, also um 
sogenannte Chiaroscuri handelt, oder um eine auch durch 
reichere Farbgebung der Natur näher kommende Darstellung 
des Ornaments. 
Die Ausdrucksweise variirt aber auch in dem Verhalten 
des Ornaments zur Fläche, dasselbe tritt mehr oder weniger 
scheinbar structiv in Bezug mit derselben, wird als aufgesetzt 
oder ganz freischwebend ohne Schlagschatten gebildet, ver- 
liert dadurch auch im letzteren Falle jeden Anklang an irgend 
ein Material. 
Die Verbindung des ein- oder mehrfarbigen, auch ver- 
goldeten Ornamentes mit dem Stuckrelief zur reichsten Ent- 
faltung der Decoration, bei entsprechender Abstufung der be- 
deutungsvollen und untergeordneten Partieen, ist hauptsächlich 
Sache des I6. Jahrhunderts und von den antiken Grottesken 
beeinflusst, aber jetzt von den grössten Meistern zur höchsten 
Vollendung gebracht.
        

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