Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen der Renaissance
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209545
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2210801
Der 
italienischen 
Renaissance. 
grösste Klarheit in der Conception der Form. Die Darstellung 
entspricht der Nachbildung plastischer Zier durch Zeichnung. 
Das Sgraffito behält demnach auch immer den Charakter der 
Zeichnung und hat in der Wirkung mit den gemalten oder ein- 
gelegten Ornamenten nichts gemein. 
Das gemalte, nicht abschattirte Flachornament erfahrt 
in der Renaissance nur selten Verwerthuilg, es tritt hier in 
ähnlicher Weise auf, wie in den sogenannten pompejztnischen 
Decorationen neben plastischen oder gemalten, abschattirten 
Ornamenten, als Teppichmtister und untergeordnete Füllung 
zwischen bedeutungsvollem Zierrath. 
Die weitgehendste Durchbildung erhielt das Ornament im 
Relief und hier übte der weisse Marmor mit seinem gleich- 
massigen Gefüge und seiner durchscheinenden Oberfläche den 
grössten Einfluss aus und bedingte die hohe Entwicklung des 
Renaissance-Ornamentes wesentlich mit. Das Relief ist als ganz 
flaches, mittelhohes und hohes gebildet, der Frührenaissance 
gehört die flachere Behandlung an, hier wird auch die Form zu- 
weilen durch Farbe, besonders Blau und Gold gehoben. Die 
Unterarbeitung zur vollen Loslösung des Ornaments von der 
Relieffläche ist zumeist Sache der vorgeschrittenen Hochrenaissance. 
Durchweg zeigt das Renaissancerelief grössere Freiheit in 
der Nachbildung der Naturform und weniger strenge Einhaltung der 
Reliefgesetze als das antike. Das Verhältniss des Dargestellten 
zum Reliefgrund ist quantitativ jedesmal ein anderes. In ein und 
demselben Ornamente ist das Relief im Gegensatze zum antiken 
viel grösserer Modulationen fähig, sich mehr oder weniger be- 
stimmt von der Fläche loslösend. 
Das Holz- und Broncegussrelief, so weit diese für die 
Architektur in Betracht kommen, gestattete die vollste Freiheit 
der Modellirung, Material und Technik kommen hier noch mehr 
als beim Marmor der Kunstform zu Statten, welche sich der Natur 
enger anschliesst, und es tritt diess besonders für die Bildung 
freien vegetabilen Schmuckes deutlich zu Tage. 
Viel geringere Freiheit erlaubt das Terracottarelief. In 
der Höhenentwickhlng und in der Loslösung vom Grunde ist 
dasselbe durch das Material und die technischen Proceduren bei 
der Vervielfältigung gebunden. 
Die glasirte Terracotta (Robbiaarbeiten) muss in Folge 
des dickflüssigen Ueberzuges auf das feinere Ornament vollständig
        

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