Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen der Renaissance
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209545
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2210737
Der 
Styl 
der 
italienischen 
Renaissance. 
den Charakter des Innenraums nicht blos die architektonische 
Gliederung in Geltung, sondern er ist eben so abhängig von 
dem in der Decoration Dargestellten und von der Art der Dar- 
stellung. Die Architektur tritt also hier mit Malerei und Plastik 
in engsten Bezug und wird von diesen mehr bestimmt, als im 
Aeusseren des Hauses. Die Decoration der Decke wirkt auch 
in diesem Sinne auf die Auszier der Wand zurück. Man wird 
unterscheiden können die Art der Frühreriaissance mit den 
mittelalterlichen Anklängen der Vertheilung des Figuralen in 
der Decoration, die Entwicklung der umbrischen Weise am Ende 
der Frührenaissance und die immer weitere Entfaltung der Figu- 
ralen gemalten Decoration bis zum grossen selbstständigen Bilde. 
Neben der letzten Weise entfaltet sich die Grotteskdecoration, 
wie an der Decke, so auch an der Wand, und drängt die grosse 
Malerei zurück zu Gunsten einer reichen plastischen und gemalten 
Auszier. Die hohe Ausbildung der Stucktechnik führt in den späten 
YVerken zu grösserer Entfaltung plastischer Decoration, welche 
theils selbstständig, weiss oder entsprechend vergoldet und neben 
den grossen Gemälden schwer und dominirend, nicht bloss die 
Wand als solche übertönt, sondern auch das Rahmenwerk in 
seinem eigentlichen Wesen verschwinden macht. 
Die erhaltenen, in ihrer Gesammtheit decorirten Räume gehören 
theils grösseren Palästen und Villen, theils kirchlichen Ohjecten, wie 
Capellen, Sacristeien u. s. w. an. 
Kirche der Certosa bei Pavia, Cap. Michelozzos an S. Eustorgio 
in Mailand, Wand unterhalb der Fresken Signorellis im Dome in 
Orvieto, R.Gl1irlnndajos Capelle im Pal. Vecchio in Florenz und 
Sala dei Gigli ebenda, Stanza del Paradiso im "P a1. D ucale in 
Mantua und Mantegnas Zimmer daselbst. 
 Mit Grottesken decorirt die Loggien von Rafael im Cortile di 
S. Damaso, die Villa Madama in Rom, der Baderaum des Cardinals 
Bibiena im Vatican und mehr im Style des [leherganges die Räume 
der Villa Papa Giulio, der Villa Pia, der Engelshurg, des Palastes 
Doria in Genua, Palazzu del T., Palazzo Ducale in Mantua, des Schlosses 
Caprarola bei Viterbo und der Hof des Pal. Vecchio in Florenz. 
Räume mit grossen XVantlgemiilrlenz die Stanzen Rafaels im 
Vaticafi, die Sixtinische Capelle, die Lihreria in Siena, und der 
Spätzeit ringehörig die Galerie im Palazzo Farnese, und viele Säle im 
Dogenpalasle in Venedig. 
Mit weissem und theiliveise vergoldetem Stucco und mit Gemälden 
decorirt die Capelle der Cancelleria in Rom. 
lluuser
        

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