Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen der Renaissance
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2209545
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2210723
Styl 
italienischen 
Renaissance. 
Die Spätzeit des Styles beginnt nun auch die Kuppel 
zu versehen, welche mit der Fläche in gar keinem Bezuge 
Glänzendstes Beispiel: Corregglos Domkuppel zu Parma. 
mit hialerei 
mehr steht. 
Die Gliederung und architektonische Behandlung der NVan d- 
flächen des Inneren hängt Wesentlich von der Form der 
Decke ab. Der Abschluss der Wand nach Oben wird durch 
dieselbe bestimmt, damit die Form der Wandfläche selbst vor- 
gezeichnet. Wie im Aeusseren, variirt nun auch im Inneren der 
Charakter der Flächenauszier, je nachdem es sich mehr darum 
handelt, die Fläche als einen grossen verschliessenden oder als 
einen die Decke tragenden Bautheil darzustellen, oder als Beides 
zugleich. Die Renaissance verwerthet auch im Inneren des Raumes 
zur Gliederung und Decoration der Flächen, dieselben Formen 
wie im Aeusseren, aber unter Reducirung der Verhältnisse und 
reichlicher Anwendung von Malerei. 
Die Deckenform, die Grösse des Raumes, die Einfügung 
von Fenstern, Thüren und Kaminen wurden in der Hauptver- 
theilung der Decoration berücksichtigt. Die einfachsten NVande 
verlangen Sockel, Wandfliiche und abschliessentles Gesims, diese 
drei Theile, besonders durchgebildet, als reicherer Unterbau, 
hängender Teppich, breiter Fries mit Kranzgesims, werden die 
normale Form, wie sie zur reicheren Ilorizontaldecke harmonirt, 
bezeichnen und dem Renaissancezimmer entsprechen. Eine Wand- 
glieclerung tritt erst durch die Theilung der Fläche in kleinere 
Flächen ein, es möge diess durch Pilasterstellungen oder Orna- 
mentbänder erwirkt werden. 
Aus naheliegendexi Gründen wurde die reichere Decoration 
mit besonderer Vorliebe auf die Decke angewendet, aus den- 
selben Gründen sind aber auch die Wanddecorationen noch mehr 
der Zerstörung und dem Wechsel der Zeit Linterworfen gewesen, 
als die der Decken, so dass vollständig erhaltene Interieurs zu 
den Seltenheiten gehören. Im engen Zusammenhange mit der 
Eiltwicklung der Gewölbedecoration stand auch die der Wand- 
decoration, nur dass man hier noch weniger an die Formen der 
Fläche gebunden war, als dort. Nur ganz iiusserlich betrachtet 
wird ein Unterschied in der Wanddecoration darin liegen, ob 
das Bild oder der Teppich oder vollends die Architektur, mit 
der entsprechenden Ornamentirung, die Hauptrolle zu spielen 
hat. Die Art, wie den einzelnen Aufgaben entsprochen wurde, 
ist allerdings in jedem Falle eine andere und es tritt hier für
        

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