Volltext: Beitrag zur Theorie der gemischten Farben

Beitrng zur 
Tbeorie der gemischteu Farben. 
Enthaltene entspricht. Gewiss ist, dass bei der Untersuchung der 
Farbenmischungen die Hesultate der Mischung von Pigmenten strenge 
zu scheiden sind von jenen, die durch das Zusummenwirken farbiger 
Lichtstrahlen erhalten werden ; jene gehüren eigentlich bei dem 
jetzigen Stande der Optik, bei der ganz unvollkommenen Kenntniss 
der Gesetze der Absorption, bei der noeh unvollendeten Lehre von 
der Mischung prismatischer Farben, noeh gar nicht in die Theorie 
unserer Wissensehaft; es sind vereinzelte, aber werthvolle Materialien, 
die der WlSSBIISChiIflLllClIOII Offenbarung harren. Und diese Unter- 
scheidung kann man, wenn man will, immerhin aus den obigen Wor- 
ten des Stagiriten herauslesen; sie sind aber ungenützt und unver- 
standen durch Jahrhunderte gelehrt und gelernt worden und bis auf 
Leonardo du Vinci (1452-1519) bat die Lehre von der Zu- 
sammensetzung der Farben keine Erweiterung erfahren. 
Der geniale und vielseitige Florentiner Künstler hat nebst eini- 
gen Werken über die lflydrostautik und Wasserhaukunst, über die 
Anatomie und Perspective, die in den bewegten Zeiten der Kämpfe 
nm den Besitz Italiens zwischen den Franzosen und Spaniern zu 
Grunde gingen, auch eine Abliandlung 5) geschrieben , welche über 
Licht und Farbe merkwürdige und richtige Beobachtungen enthält, 
die er nicht ohne Glück zu erklären versucht hat. Er versuchte es 
nicht erst zu erklären was Farbe und Licht sei, da ihm Spitzlindig- 
keiten ferne liegen, blos das führt er als clmrakteristisches Merkmal 
der Farben an, dass sie erleuchtet schüner sind als bescllattet ,,dies 
kommt daller, dass Licht die Farbe belebt, und ihre Erkennung 
ermüglicht, Schattexi sie aber tüdtet" 0). Man sieht, dass er in dieser 
Beziehung die Ausicliten der alten Atomisten theilt, welche freilich 
einen Schritt weiter thun und erklären, dass die Kürperfarben mate- 
rielle Emanationen sind, hervorgerufen durch die Bestrahlung eines 
leuehtenden Kürpers. Da Vinci erklärt aus diesem Grunde auch das 
'Scl1warz für kcine Farbe, denn ,,da das Schwarz viel sclxüner ist im 
Dunkel als im Licht, so folgt, dass Schwurz keine Farbe ist." Über 
das Weiss spricht er folgende Ansiclxt aus: ,,Das Weiss ist am 
geschicktesten, Farben anzunehmen unter ullen nicht spiegelnden 
Oberflächen. Man nennt jene Gefässe die geräumigsten, welche am 
meisten geschickt sind, selbst (las noeh aufzilnelilnen, was andere 
leere Kürper nicht melir in sich fassen künnen; nun wenden wir dies 
auf die Farben an und nennen das Weiss leer, da es aller Farben
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.