Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Theorie der gemischten Farben
Person:
Grailich, Joseph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-807816
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-807966
Beitrag zur Theorie der gemischlen Fax-ben. 
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derung zu unterwerfen gewolmt waren als der mechanisclxen Vor- 
kleinerung; die berühmteste Beliquic aus den Ilülncrzeiteln, die Aldo- 
brandinische Hochzcit, ist, wie D av y's 2) Untorsuchungcn zeigen, mit 
geringeln Farlnenanfwande hcrgestellt und die Fm-lrslode waren su 
ziemlich alle durch die Analyse zu ermitteln, olme dass sicln ein cin- 
ziger gefunden hätte, der nicllt in den Verzeichnissen 3) der allen 
Autoren nachzuweiscn wäre, und wie arm dicse im Vcrgleiche zu den 
Mitteln der späteren Jahrhunderte sind, zeigt dus XXXV. Buch der 
Historia naturalis des PllÜlLIS. Um aller thcoretische Untcrsuchun- 
gen anzustellen, mussle vor allem ein rcichcs lllatcrial für dieselbexl 
vurliegen, und was mehr ist, es musstc der Sinn für solclle lebcndig 
sein, und wie sollte der sich bei den Künsilerln [lndcn , du cr bel den 
Berufenslen, den Weisen der Schule, den Erforschcrn und Auslegern 
der Natur entweder fehlte oder in fulschen Bahnen erfcwlglos irrte. 
Denn die Forsclner der altclassischen Zeit verslanden es wohl, Erfah- 
rungen zu sammeln und unterordnende Gesichtspulnkte cinzureihen; 
(loch eine Erscheinung auf ihre einfaclxsten Bedingungcn zurückzu- 
fülxren, abwechselnd aus empirisclxen Elennerlterx eine 'l'heorie abzu- 
leiten, aus dieser gefolgerte Phänomene wicdcr in der Natur anfzu- 
suchen oder hervorzurufen und so aufinductivem WVege die Erfanlnrung 
zu durcllgcistigen und die 'l'heorie zu läutern, wm- ihnen versagt. Die 
besseren unter ihnen stchen vereinzelt; die Schulc nulnn nur auf und 
hildete fort was in den dogmatischen Geist der rümischen, alexandri- 
nischen und mittelalterlichen Zeiten pnsste und erst ÜIISCPCII Tagen 
ist es aufbehalten, die Keimc eclxter Naturforschung in Ari s t0 teles, 
Euklid, Archimedes, Hipparch und Ptolexluäus nacllzu- 
weisen. In Aristoteley 11) Buch über die Farben llndet sich die 
erste Nacllricht von Beobnchtungen üher die Mischulng der Farlxon 
und es ist charakteristisch für die peripatetisclme Schule, in welchor 
Weise in dem Vortrage riclltige Erfaxhrungen und geistvolle Bvmcr- 
laungen mit dogmatisch gcfesselten Grundgedanken (llIPCllXTÜlHJ sind. 
Indem Ari sto teles die Bedingungcn der Einfuchheit der Farloun ans- 
serhalb der Farben selhst, in den Elementerl sucht, und so von vorne 
hereinl die Anzahl derselben zum mindcsten bescllränkt, sagt er 
über die Mischung derselben Folgendes: ,,Diejeuigen Farben, die 
aus dem Gemenge der einfachen, oder durch ein Mehr oder 
Weniger entstelxen, sind viel und mannigllnltig. Durch Nlchr oder 
Weniger erzeugen sich die Stufen zwischen dem Sclmarlach und
        

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