Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Theorie der gemischten Farben
Person:
Grailich, Joseph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-807816
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-808059
durchforschen und mitzutheilen und trägt dadurch nur zur Ver- 
herrlichung des grossen Schüpfers der mathematischen Physik bei. 
Seit den Arbeiten Newton's war es müglich , die Frage über 
die Mischung der Farben auf zweifaehe, ja auf dreifaclne Weise zu 
untersuchen; erstens durch die Mischung von Pigmenten, dann dureh 
das Zusammemvirken verschiedenerBestandtheile des Spectrums, und 
endlich, seit der Ausbildung der hüheren Theorie der Optik, durch 
eine rein mafhematische Erfassung des Problems. Ich werde die ver- 
schiedenen Untersuchungen in Kürze mittheilen, indem ich vorzüg- 
lich die leitenden Gedanken und Besultate derselben hervorhebe, da 
eine ausführliehe Literatur dieses Zweiges der Wissenschaft ohne- 
hin am Schlusse der gegenwärtigen Abhandlung folgt. 
1. Mischung der Farben durch Pigmente, und Far- 
ben-Nomenclaturen. Es lassen sich hier eigentlich zweierlei 
Bestrehungen scheiden; die einen hatten vorzüglich die Wiederher- 
stellung des weissen Lichtes aus der Gesammtheit odcr eine Anzahl 
der farbigen Liehter zum Zwecke, und schliessen sich so mehr an 
die Theorie, die anderen versuchen es, die Farhenübergäinge in ihren 
Ursachen und dem Thatsächlicherx nach zu erforschen und lelmen 
sich dadurch an die Praxis, an Malerei und Färberei. Es war ein 
Zeitgenosse Newto n's, R. Waller 43), der es zuerst versuchte, eine 
brauchbare Nomenclatur der einfaehen und gemischten Farben her- 
zustellen, und er scheint dabei schon Kenntniss von den Arheiten 
Newton's gehabt zu haben, denn seine einfachen Farben sind die 
Tüne des Spectrums, nur mit der Modification, dass er, um die hel- 
leren und dunkleren Nuancen auch zu erhalten, die blaue, gelbe und 
rothe Partie trennt, und jede für sich aus ihren weisslichsten Tünen 
in ihre dunkelsten übergehen lässt; doch scheilerte er eben an der 
Beimischung des Weiss, wobei er sich nicht Baths wusste. Ne wton 
selbst scheint die Farhenübergänge nicht weiter heachtet zu haben 
als sie zur Begründung seiner 'l'heorie nüthig waren, und fand sichk 
daher auch nicht aufgefordert, sich über die Anzahl der Grund- 
Pigmente zu unterrichten, so dass bis 1735 die Untersuchung ruhte, wo 
le Blond 44), wie es scheint ohne von Wa ller's Arbeit unterrichtet 
zu sein, dieBehauptung aufstellte, sämmtliche Farhenübergänge seien 
durch Blau, Gelb und Bothzu erhalten, welcher Ansicht auchDu t'a y H) 
beitrat; jener stellte wirkliche Mischungen dar und D ufa y glaubte 
dadurch die Richtigkeit der Ne w t o naschen Erklärung der einfachen
        

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