Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Theorie der gemischten Farben
Person:
Grailich, Joseph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-807816
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-808020
Beitrag zur 
Theorie der 
gemischlen Fax-ben. 
11 
Die Farbe eines dunkeln Kürpers ist um so schüner, je ähnlicher 
sie der Farbe seiner Umgebung ist 25). 
Spiegelnde Kürpcr lassen am schwersten, rauhe am leiehtesten 
ihre Kürperfarbe erkennen  
 Am schünsten ist schwarz im Schatten; Weiss, Gelb und Roth im 
Liehte; Blau, Grün und Braun im Halbschutten; Gold im Reflex  
Unter allen Farben von gleicher Vollkommenheit sind jene die 
schünsten, die neben den entgegengesefzten stehen, also Weiss neben 
Schwarz, Bleieh neben Roth, Blau neben Gelb, Roth neben Grün 28). 
Beim Sonnenuntergange sind die beleuchteten Kürper roth, Son- 
nenfarbe; die beschatteten blau, Luftfarbe 29). 
Das Licht des Feuers färbf alles gelb, was davon beleuchtet 
wird. Es scheint aher dies nur wahr zu sein im Vergleiche mit einer 
von der Luft erleuchteten Sache. 
Diesen Vergleich kann man zu Ende des Tages und noch siche- 
rer früh vor der Morgenrüthe anslellen und zwar in einem dunklen 
Zimmer, wenn ein Strahl aus der Luft und ein anderer von einem 
brennenden Liehte durch versehiedene Ülfnungen auf ein Ohject 
fällt, wo man den Unterschied in der Farbe sehr deutlieh sehen wird,_ 
was ohne diesen Vergleich nicht leicht geschieht, besonders bei 
jenen Fax-ben, die der des Lichtes ähnlich sind: wiedas Hellgelb vom 
Weissen, dans Licht- oder Meergrün vom Blau nicht wohl zu unter- 
sclleiden sind. Denn indem das gelbliche Flammenlieht das Blau 
erleuchtet und sich gleichsäun damit vermiseht, so machen sie zusam- 
men eine schüne grüne Farbe aus, und wenn gar Gelb und Grün 
gemischt werden, so wird das Grün noch um vieles schüner 30). 
Dass da Vinci der erste ist, der über farbige Schatten und 
subjective Lichter Beohachtungen anstellte, ist bekannt S1); weni- 
ger hekannt dürfte sein, dass er zuerst die Reflexion des Lichtes der 
Bewegung eines geworfenen Balles verglich; er sagt: Wiedersehein 
"wird von solcherx Kürpern verursacht, die von heller Beschaffenheit 
sind und eine mässig ebene und mässig dicke Oberfläche besitzen. 
Werden dieselben vom Lichte herührt, so springen die Strahlen 
zurück gleich einem Balle und fallen auf das erste Object, das sich 
in ibrem Wege befindet 32). 
Die Lehre. die er vorträgt, hat sich viele Jahrhunderte erhalten, 
ja sie wurde nuch im Beginnc des unserigen erweitert und in ihren 
Ietzten Consequenzen ausgefilhrt und (ladurch zugleich einer gründ-
        

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