Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Theorie der gemischten Farben
Person:
Grailich, Joseph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-807816
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-808011
10 
Gra 
sie aber stark heleuchtet, so wird sich ihre natürliche Farbe mehr 
als das Blau zeigen, welches ihnen von der Luft zugeeignet wird, die 
sich zwischen ihnen und dem Auge beündet  
Die Luft hat nm so Weniger Antheil an der blauen Farbe, je 
näher dem Horizonte sie hetraehtet wird; sie wird hingegen um "so 
intensiver blau, je mehr sie vom Horizonte entfernt ist. Dies ist der 
Fall, weil ein Kürper nicht viel erleuehtet wird der von Natur sehr 
dünn ist; am Horizont aber ist die Luft dichter 18). 
Unter den Fax-ben, die nicht blau sind, werden doch diejenigen 
in weite Entlernungen am meisten am Blau Theil nehmen, welche 
sich zunächst dem Schwarzen befinden. Diejenige Farhe hingegen, 
welche dem Schwarzen am unähnlichsten ist, wird in einer weiten Ent- 
fernung ihren natürlichen Ton am besten behalten. Demnach wird 
sich das Grün der Felder mehr in Blau verwandeln, als das Gelh und 
Weiss, so wie umgekehrt das Gelb und Weiss sich weniger ändern 
als Both 19). 
Dasjenige Grün wird mehr vom Blauen aufnxehmen, das mehr 
dunkle Schattigkeit besitzt. Es Wird solches dadureh (large- 
than, dass das Blau in weiten Entfernungen aus Hell 
und Dunkel zusalnmengesetzt ist 20). 
Unter denjenigen Dingen, die weit vom Auge abstehen, sie mügen 
gefärbt sein wie immer, werden doch diejenigen eine um so entsehie- 
denere blaue Farhe haben, die entweder von Natur oder zufällig die 
dunkelsten sind. Die natürliche DunkeIheit ist diojenige, welche an 
und für sich dunkel ist, die zufällige entspringt aus dem Schatten, 
den andere Objecte werfen 21). 
Die reflectirte Fm-be ist selten genau die Farbe des Kärpers 
oder des einfallenden Lichtes 22). 
Niemals wird ein Ding seine eigene Farbe zeigen, wenn das 
Lieht, das es erleuchtet, nicht ganz und gar von derselben Farbe ist. 
Man beobachtet dies klar und deutlich an den Gewändern, von  
chen die erleuchteten Falten einen Reflex geben und ihr Licht den 
gegenüberstehenden Falten zusenden, die dann ihre wahre Farbe 
zeigen. Eben (lies thun Goldblättchen, wenn eines vom anderen sein 
 Licht empfäalgt. Das Gegentheil geschieht aber, wenn das Licht von 
einer anderen Farbe ist 23). 
Die Oberfläche eines jeden Kürpers nimmt Theil an der Farbe 
nahestehender Objecte 24).
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.