Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Theorie der gemischten Farben
Person:
Grailich, Joseph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-807816
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-807995
heraubt ist. 
es sei hesehaf- 
Wird es nun von der Farbe eines Lichtes, 
fen wie immer, beleuchtet, so nimmt es mehr Antheil an diesem 
Lichte als das Schwarz. Darum ist dies letztere einem gebrochenexl 
Gefässe vergleichbnr, das nicht geschickt ist, irgend ein Ding aufzu- 
nehmen" 1). Ausdrücklich sagt er an einer anderen Stelle B), dzrss 
das Weiss zwar keine Farbe sei, dass es aher eine Kraft besitze, ver- 
müge deren es gesclnickt wird, alle Farhen anzunehmen; ebenso in 
Bczug auf das Licht als Grundbedingung der Farben: die Finsterniss 
ist niehts anderes als dic Entziehung des einfallenden und reflectirten 
Lichtes, vermüge dessen sich alle Kürper, Gestaltcn und Furben 
wahrnehmcn lassen; darum folgt nolhwendig, dass die WViI-lulng (die 
Erkenntniss der Gestalt und Farbe) mungeln wird, wo man die 
Ursache (das Licht) hinweggexxommerx. 
In Bezug auf die Mischung und Einfachheit der Farben heben 
wir folgexlde Stellen heraus: 
Obschon die Vermischung der Farben unter einander sich unend- 
lich weit treiben lässtmvill ich doch nicht unterlassen, hier nur ohen- 
hin etwas davon zu erwähnen. Wir wollen erstlieh eine gewisse 
Anzahl einfacher Farben nchmen, die den anderen zu Grundc gelegt 
werden, uud jede derselben mit einer anderen mischen, nümlich erst 
eine mit einer, sodann zwei mit zweien, hierauf drei mit dreien u. s. f. 
bis zum Ende der vülligen Zahl aller (einfachen Farben). Dann 
fange man wieder von vorne an, mische zwei mit zweien, drei mit 
dreien, vier mit vieren u. s. w. Zu solchen zwei vierfuchen Farhen 
setze man noch drei, zu solchen wieder drei, und weiter sechs; 
worauf man in ähnlichex- Weise mit der Mischung fortfahren kann. 
Einfache Farben nenne ich diejenigen, welche nicht 
zusamlnexlgesetzt sind, noch auch vermi ttelst der 
hlischunge n anderer Farben künnen zusammenge- 
setzt werden 9). Ubgleich Sehwarz und Weiss nicht unter die 
Furhexx gehüren , weil eine der Finsterniss, die andere dem Lichte" 
enlspricht, insofern die eine die Beraubung, die umlere die Erzeugung 
desselben ist, so will ich sie doch darum nicht übergchen, weil sie in 
der Malerei Hauptfarbelw hcissen, indem die ganze Dlalcrei aus Licht 
und Schatten, nus Hell und Dunkel zusalnmengesetzt ist. Nach 
Schwarz und Weiss folgt Blau und Gelb, ferner Grün und Orange, dann 
Kastaniexlbraaun, Ocher, endlich Violet und Roth, und dies sind die acht 
Farben, in denen sich die Natur erschüpft 10). Weil mir hier der
        

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