Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wie erlangt man brillante Negative und schöne Abdrücke?
Person:
Hauberrißer, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-697364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-698400
Bei richtiger Belichtung wird der blaue Himmel 
durchaus nicht zu dunkel, da er ja nicht aus spektro- 
skopisch reinem Blau besteht, sondern auch noch andere 
Lichtstrahlen enthält, die durch das Filter nicht zurück- 
gehalten werden. Die Helligkeit des Himmels ist im 
Verhältnis zu der übrigen Landschaft eine so große, daß 
schon. bei geringer Uberbelichtung trotz des Kontrast- 
filters ein rein weißer Himmel erhalten wird. Weil nun 
aber das menschliche Auge einen derartigen Helligkeits- 
unterschied nicht empfindet, so dürfte die vollständige 
Ausschaltung von Blau und Violett das Zweckmäßigste 
sein, wie dies durch zahlreiche Photographien, die auf 
diese Weise hergestellt sind und alle Tonwerte natur- 
getreu wiedergeben, bewiesen wird. Auch Rot un.d Braun 
in der Natur kommen mit guten orthochromatischen 
Platten, auch wenn diese nicht rot empfindlich sind, 
meist gut zur Geltung, da es sich auch hier nicht um 
spektroskopisch reine Farben handelt. 
Der wichtigste Faktor bei Gebrauch solcher Gelb- 
filter ist allerdings eine ganz richtige Belichtungszeit und 
weiche Entwicklung. Je nach der Güte der farben- 
empfindlichen Platten verlängert ein solcher Kontrast- 
filter die Belichtungszeit um das vier- bis achtfache 
und mehrfache der Zeit, die ohne Filter nötig wäre. 
Während man ohne Filter im allgemeinen für Schnee- 
landschaften nur den vierten Teil und für Wasser mit 
Wolken nur den zehnten Teil der Belichtungszeit 
braucht, die eine grüne Landschaft benötigt, darf man 
nicht glauben, daß mit Filter eine vierfache Belichtungs- 
zeit  für Schneelandschaften also ebensolange wie für 
grüne Landschaften ohne Filter und für Wasserbilder 
nur V10 dieser Zeit  richtig sei als bei gleichen Licht- 
verhältnissen, gleicher Blende und gleicher Plattensorte 
für eine grüne Landschaft ohne Filter nötig ist. In 
diesem Falle wäre das Negativ zu kurz belichtet; man 
muß vielmehr für Wasser und Wolken mit Kontrastfilter 
li6mal länger belichten als für Wasser und Wolken ohne 
Filter; für Schnee- und Gletscheraufnahmen mit Filter 
muß man 8mal länger belichten als bei. Schneeaufnahmen 
ohne Filter, während für normale Landschaften mit viel
        

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