Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wie erlangt man brillante Negative und schöne Abdrücke?
Person:
Hauberrißer, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-697364
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-698617
Retuschierpult und der Spiegel müssen so geneigt wer- 
den, daß das Negativ gleichmäßig beleuchtet ist.  
Da der Lack die Bleistiftretusche nicht unbegrenzt 
annimmt, so muß man sehr kräftige Deckungen mit Pin- 
sel und Farbe vornehmen. 
Größere glasklare Schattenpartien kann man auch 
dadurch decken, daß man auf der Glasseite mit dem 
Pinsel Karmin dünn aufträgt. 
Eine andere Methode, die besonders in Händen von 
Künstlern die weitgehendste Retusche erlaubt, ist die, 
daß man auf der Glasseite des Negativs e.in feuchtes, be- 
sonders weißes, durchsichtiges Pauspapier klebt. Nach 
dem Trocknen kann man mit Bleistif.t und Wischer jede 
Art der Retusche leicht ausführen. Ein so retuschiertes 
Negativ zeichnet sich durch besondere Weichheit aus und 
eignet sich besonders zu Porträts. 
Sollen einzelne größere Flächen eines Negativs, 
z. B. Schatten einer Landschaft, Schattenseite eines Ge- 
bäudes, gleichmäßig gedeckt werden, so gießt man auf 
die G1 asseite des Negativs gleichmäßig Mattlack auf 
und läßt den Uberschuß in das Fläschchen zurückfließen: 
in wenigen Sekunden ist die Schicht trocken. und die 
Glasseite des Negativs sieht aus, als ob sie fein mattiert 
wäre. An allen Stellen, die man im positiven Bilde dunk- 
ler wünscht, entfernt man mittels Radiermesser oder 
einer in einen Federhalter gesteckten Beschneidefeder 
den Mattlack. 
Dieses Verfahren eignet sich z. B. vorzüglich dazu, 
um in einer Landschaft den Vordergrund zu decken, da- 
mit die höchsten Lichter (z. B. Wolken) Zeit haben, zu 
kopieren; in diesem Falle wird am ganzen Himmel der 
Mattlack weggekratzt.  Wer sich ausführlich über die 
Retusche orientieren will, dem sei das Buch: Leitf. d. 
ges. Negativ- und Posi.tiv-Retusche, empfohlen (Ed. 
Liesegangs Verlag, M. Eger, Leipzig).
        

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