Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch für die Kalkulation im Photographengewerbe
Person:
Lüpke, Johannes Gellert, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-671728
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-671986
schlag die Möglichkeit bieten, Erweiterungen des Betriebes zu finanzieren, 
Kapitalsrücklagen zu schaffen und außerdem einen Reservefonds zu bilden. 
Beide, Meistcrlohn und Gewinn, müssen also sein und sind in der Kalku- 
lation jedes an seiner Stelle einzusetzen. 
Wie hoch ist aber nun der Gewinn einzusetzen? Eine exakte Beant- 
wortung dieser Frage ist nicht möglich. Während wir auf der einen Seite 
die ziemlich feststehenden Selbstkosten haben, hängt der Verkaufspreis auf 
der anderen Seite von einer ganzen Reihe von Momenten ab, die zu beein- 
flussen wir nicht in der Lage sind. Als solche sind zu nennen die allgemeine 
wirtschaftliche Lage, die Stärke des Bedürfnisses nach dem herzustellenden 
Artikel, die Konkurrenz in demselben Gewerbe usw.   Alle diese Momente 
können den Verkaufspreis nach oben oder unten verändern und damit den 
Gewinn vergrößern oder verkleinern. Aus dem soeben Gesagten geht aber 
auch hervor, daß jeder Geschäftsmann die Höhe des Gewinnzuschlages auf 
die Selbstkosten nach eigenem Ermessen festsetzen muß. Man kann aber 
wohl sagen, daß als Gewinnzuschlag ein Satz von IS-ZSOÄ) der Selbstkosten 
angemessen sein würde. 
Wie in der Praxis die Aufstellung einer Kalkulation nach dem hier von 
uns gewiesenen Wege aussieht, möge das nachfolgende Beispiel zeigen. Es 
handelt sich hier um die Kalkulation eines Herrn, der dieselbe anläßlich seiner 
Meisterprüfung aufstellteß) 
Begründung des Preises der abgegebenen Offerte: Von Berlin aus 5 Villen- 
aufnahmen, davon 2 in Potsdam, 2 in Wannsee und eine in Zehlendorf. 
Kalkulation auf der Grundlage, Berechnung der Zeit, Materialverbrauch, 
Generalunkosten und Verdienstzuschlag. 
Zeit: 
Packen des Apparates, Isolieren und Einlegen der Platten 25 Min. 
FahrtnachPotsdam............... 35„ 
 
Wegzeit zwischen Bahnhof, beiden Villen und zum 
 
Aufnahmezeit inkl. Einpacken bzw. Auspacken der 
Kamera bei zAufnahmen.           . 50 „ 
Fahrt nach Wannsee mit Wartezeit    .     30 „ 
Wegzeit zwischen beiden Villen und zum Bahnhof 60 „ 
Aufnahmezeit mit Ein- und Auspacken der Kamera bei 
 
Fahrt von Wannsee nach Zehlendorf     .   25 „ 
Wegzeit zur Villa und zum Bahnhof zurück     25  
Aufnahmezeit mit Aus- und Einpacken der Kamera 30 „ 
Abwarten günstigen Lichtes.          .  20 „ 
 
Auspacken der Apparate, Entladen der Kassetten, bei 
Gehilfen Nachprüfen der Optik      .    20 „ 
für Aufnahmen Zeitverbrauch 480 Min. 
z) Die Grundlagen diesem Kalkulation wurden in einem Vortrage während eines Meisterkursus des C. 
gegeben.
        

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