Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch für die Kalkulation im Photographengewerbe
Person:
Lüpke, Johannes Gellert, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-671728
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-671979
Arbeitet der Meister allein, so ergibt sich der Stundenlohn aus dem vom 
Meister als angemessen anzusehenden Lohn, der zur Zeit mit ca. 2._ bis" 
3.- RM. anzusetzen ist. Bei Beschäftigung von Arbeitnehmern ist am besten 
der Durchschnittslohn zu errechnen, wobei dann aber berücksichtigt werden 
muß, daß bei der Ansetzung der einzelnen Arbeitszeiten die Arbeitszeit jeder 
einzelnen den Auftrag mit bearbeitenden Person zu berücksichtigen ist. 
Auch hier darf der Meisterlohn nicht vergessen werden. 
III. Generalunkosten. 
Die richtige Berechnung der Generalunkosten setzt voraus, daß zunächst 
einmal Klarheit darüber besteht, welche Ausgaben überhaupt zu den General- 
unkosten zu rechnen sind. Zu diesem Zwecke sollen die im allgemeinen Schema 
angegebenen Positionen ein Hilfsmittel für den kalkulierenden Geschäftsmann 
sein. Erschöpfend kann diese Aufzählung nicht sein, da jedes Geschäft seine 
Eigenarten in bezug auf Unkosten hat. 
Nach dem vorliegenden Schema sollen nun die Unkosten in Prozenten 
der Summe aus Material und Lohn ausgedrückt werden. Zu diesem Zweck 
müssen wir diese an Hand der Bücher erhaltenen Zahlen in Beziehung zu- 
einander setzen. Angenommen ein Betrieb hat für Lohn 5000 RM. und für 
Material 4000 RM., insgesamt also 9000 RM. im Jahre ausgegeben und weitere 
allgemeine Unkosten in Höhe von rund 9000 RM. gehabt, so würden also die 
allgemeinen Unkosten IOOOfO der Summe von Material und Lohn betragen. 
Der Inhaber des Geschäfts hätte also bei seiner Kalkulation für einen Auf- 
trag zu der Summe aus Material und Lohn 10070 zuzuschlagen, um so die 
Selbstkosten zu erhalten. 
Von vornherein sei bemerkt, daß diese Unkostendeckungsmethode 
(Unkosten in Prozenten der Summe von Material und Lohn) durchaus nicht 
absolut fehlerfrei ist. Wenn sie trotzdem angewandt ist, so geschah es ledig- 
lich aus dem Grunde, um den Lesern dieses Buches nicht von Anfang an zu 
große Schwierigkeiten gerade bei der Berechnung der Unkosten zu bereiten. 
Wenn allgemein zur Kalkulation nach diesem System übergegangen wird, 
so wäre das schon ein bedeutender Fortschritt gegen den augenblicklichen 
Zustand. 
Weiter zeigt uns diese Berechnungsart, daß der Prozentsatz für die all- 
gemeinen Unkosten in jedem Betriebe ein anderer sein kann und wird. Es 
geht also nicht an, etwa hier an dieser Stelle einen bestimmten Prozentsatz 
anzugeben. 
Schlagen wir also die allgemeinen Unkosten zu den Kosten für Material 
und Lohn hinzu, so erhalten wir die Selbstkosten. 
IV. Gewinnzuschlag. 
Der Gewinnzuschlag ist etwas anderes als der Meisterlohn. Während der 
Meisterlohn lediglich ein Entgelt für die persönliche Arbeit des Meisters 
im Betriebe darstellt, ist der Gewinnzuschlag ein Gegenwert für die Leistung 
des Betriebes in der Gesamtwirtschaft. Meisterlohn und Gewinnzuschlag 
oder schlechthin Gewinn unterscheiden sich auch deutlich in ihrer Verwendung. 
Während der Meisterlohn in allererster Linie zur Befriedigung der persönlichen 
Bedürfnisse des Meisters und seiner Haushaltung dient, soll der Gewinnzu-
        

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