Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-525862
Seit Mengs' Erfolgen war hinsichtlich des Kunstbetriebs ein Um- 
schwung auch insoferne eingetreten, als das Schwergewicht wieder 
auf die Plistorienmalerei fiel. Die Bildnisskunst erfreute sich neben- 
bei des gewohnten Betriebs, vermochte sich jedoch nicht so gründ- 
lich wie die Monumentalkunst der niederländischen wie der fran- 
zösischen Einflüsse zu entschlagen, was selbst bei den Historien- 
malern, wenn sie Bildnisse schufen, auffällt. Der hervorragendste 
Vertreter der Porträtmalerei dieser Zeit ist unbedenklich A. Graf)" 
aus Winterthur ("t 1813 zu Dresden, wo er lange gewirkt), ein 
Künstler, der die Nachahmung van Dyk's wenigstens mit frischer 
Beobachtungsgabe zu verbinden wusste. Genre und Stillleben hielten 
sich zumeist "noch in den Bahnen nicht blos des Studiums nach 
älteren iliederliindisclmen Vorbildern, sondern geradezu der Nach- 
ahmung der einen oder anderen je nach laereclmtigter Wahl oder 
Laune bevorzugten Künstlererscheinung. Nur in der Landschaft 
regte sich auch ein neuer Geist, der sogar von vielfach gestmderen 
Principien ausging als die illengsfsche Historiemnalerei. Nachdem 
man lange genug den Niederländern, wie den französischen Meistern 
der Landschaft nachgetretelm war, fand man nemlieh endlich den 
Muth, wieder zur unmittelbaren Natur selbst zurückzukehren, statt 
sie lediglich durch die Brillen und Tinten älterer Meister zu sehen 
und sich zurecht zu legen. YVenn auch schon früher die Land- 
schaftsmaler sich gelegentlich bemüht hatten, Studien nach der Na- 
tur zu machen, so warfen sie doch, wenn es zur Ausführung der 
Gemälde selbst kam, die bei jenen Studien gemachten Erfahrungen 
fast unbenutzt wieder über Bord, um zur herrschenden Manier und 
zu den gleichsam canonischen Nlferken der Claudds und anderer 
Meister zurückzukehren, wie diess Hackertf) an dem geschickten 
französischen Landschafter D. Boguet rügt. Dieser Verkehrtheit 
traten in geschlossener Reihe zuerst die Schweizer Landschaftsmaler 
entgegen, wohl angeregt durch die alles Künstlerische weit über- 
bietenden Effekte ihrer einheimischen Natur, deren Formen allein es 
kaum möglich machten, lediglich in den Schuhen der älteren Vor- 
bilder zu wandeln. Nach dem Vorgange des J. L. Aberli aus Bern 
("l 1786), der den Reigen der Alpenlandschafter eröffnete und des 
U. Wolf aus Muri (t 1798), der erst Sturmbilder und dann Gletscher- 
Goethe 
V01 
1806.
        

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