Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-525851
Tischhein. 
lässig nach dem Wege tastete, in der KuHSt Clllßll Selbständigen 
Namen zu erringen. Lavater und Goetheli) ullllüsiilllten 11111 lebhaft; 
der letztere, indem er seine nach den raphaelischen Loggien, nach 
G. Romano und Domenichino hergestellten Studienzeichnungen an 
die Herzogin von Sachsen-Weimar mit der Bemerkung übermittelte, 
wdass der Künstler das Unglück habe, den Namen Tischbein zu 
führen, dass er aber ungleich andere Sachen mache, wie sein Van- 
lodscher Onkel in Casselc, und dann als er ihm zu Studien in 
Italien fürstliche Unterstützung erwirkt hatte, auch in lebhaften per- 
sönlichen Verkehr mit ihm trat. Von seinen Gemälden aus der 
deutschen Geschichte und Dichtung machte Conradin mit seinem 
Freunde Friedrich beim Schachspiel das Todesurtheil vernehmend M), 
in Deutschland gerechtes Aufsehen und musste mehrmals kleiner 
wiederholt werden. Seit jedoch Tischbein nach Neapel übergesiedelt 
war und dort die Stelle eines Akademiedirectors erlangt hatte, wandte 
er sich hauptsächlich der Nachbildung der Antike zu, sowohl um die 
classischen Dichterwerke und besonders Homer nach antiken Kunst- 
werken zu illustriren, wie um die Funde namentlich an Vasen 
(Hamiltoifs Sammlung) zu publiciren. Doch strebte er Wenig dar- 
Iiaclt, seine mehr stofflich und archäiologiscli betriebenen Antiken- 
studien für seine Kunst zu vcrwerthen und so daraus erst den 
rechten Nutzen zu ziehen. Die Revolution trieb ihn nach Deutsch- 
land zurück, zunächst nach Cassel, dann nach Hamburg und 
zuletzt, da es ihm gelungen, die Gunst des Grossherzogs von Olden- 
burg zu erlangen, nach Eutin, wo seine Thätigkeit bis an seinen 
Tod 1829 vorzugsweise den Wünschen seines Gönners gewidmet 
war, so lange die ilapoleoilischen Kriege diesem vergönnten, die 
Musen zu berücksichtigen. Seine durch Briefwechsel und Selbst- 
biographie unterstützten und erklärten Werke lieferten indess nicht 
viel mehr als das Bild des vergeblichen Ringens jener Zeit 113011 
Wiederherstellung der Würde der Kunst, jenes unklaren dunklen 
Suchens nach einem Ziel, das jeder Einsichtsvolle ahnte, übel" nur 
wenig Auserwählte begriffen. 
k) F. 1'. Alten. Aus Tischbeilfs Leben und Briefwechsel. Lpz. 1872, 
TV. Tischbcizz, seine Bilder, seine Träume, seine Erinnerungen in dem herzog]. 
Schlosse zu Oldenburg, BFGIUQIX 1822. (Sellvstbiographie, herausgegeben von 
Rcnnenkanzp.) 
w") Jetzt in Gntlma.
        

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