Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-525819
es um so weniger Wunder nehmen, wenn sich auch seine Nachfolger 
nicht an das lllischungsrecept ihres Meisters lliüllell und Zlllilßiäi 
nach eigener Wahl unter den Cinqilecentisten ihre Muster erkoren. 
Diess geschah sogar von jenen, welche mit ihm in unmittelbare Ver- 
bindung getreten waren. Der ihm am nächsten stehende Künstler, 
sein Schwager A. Illaron aus Wien (T 1808), nanlellilidl im Bildniss 
geschätzt, classisch geschult genug, um die damals entdeckten Wand- 
malereien der Villa Negroni gemeinschaftlich mit Mengs trefflich 
zeichnen und IJlJlJllClTOII zu können, war schon mehr Caraccist und 
vernachlässigte die Formgelaimg auf Kosten der malerischen Erschei- 
nung. Das Gleiche gilt von N. Gmbal, der Geburt (Luneville) und 
ersten Ausbildung nach ein Franzose (1- als Director in Stuttgart 
1792), der sich gleichfaills mehr auf die üusserliche farbige EPSClIOlIIUDQ 
seines Meisters beschränkte, ohne dessen raphaelitisehen Formensinn 
auch nur zu ahnen; wie auch von dem tüchtigen III. Knaller aus 
Steinach in Tirol ("t 180-1), der schon seit 1755 in Rom ähnlichen 
Studien wie Mengs oblag und dann sich an die technische Behand- 
lung desselben anschloss, während er der raphaelitischen Seite seines 
Vorbildes gänzlich fremd blieb, wie seine zahlreichen Plafondfresken 
in vielen Palästen lllailands, in manchen Kirchen Tirols, zu Ettal 
in Bayern, zu München im Bürgerbetsaal, zu Neresheim u. s. w. 
zeigen. Mengs" Schüler und Gehilfen, die Gebrüder Iyn. und Chr. 
Unterbcrger aus Cavalese in Tirol (1- 1797 und 1798), erwiesen Sich 
ebenso nicht befähigt, die Verbindung der Vorzüge der grossen 
Meister, wie sie ihr Lehrer anstrebte, zu erfassen, und blieben bei 
einem mehr manieristischen Studium eines llleisters, gleichwohl mit 
bedeutendem Erfolge, indem namentlich Ignaz die Art des Correggio 
sich derart aneignete, dass eine seiner Skizzen ü) beharrlich für einen 
Correggio gehalten wurde, obwohl des Verfertigers Bruder den wahren 
Urheber nannte, bis dieser selbst sein Werk eidlich vindicirte; wo- 
gegen Clzristoph sich mehr dem Domenichino als seinem Vorbilde 
anschloss. 
In ähnlicher iileise erkor sich J. H. Fiissli aus Zürich, de? 
einige Jahre vor. Mengs Tode nach Rom kam, den vorher vernach- 
lässigten Michel Angele, der seiner dem Ausserordentlichen zuge- 
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