Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-525679
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Lsche 
Kunst. München, Stuttgart, 
Carlsruhe, Mannheim, W 
ürzburg 
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selbständiger Mithülfe die Hand. In vereinzelten Fällen wurden 
Meister von ferne herbeigerufen, um hervorragende Räumlichkeiten 
mit Pinsel oder Meissel entsprechend auszuschmücken, wie diess in 
glänzender Weise im Schlosse zu Würzburg durch Ticpolo geschah; 
im Uebrigen genügte der Decorateur, die fürstlichen Bedürfnisse wie 
Neigungen zu befriedigen. Die Thätigkeit des Bildhauers laeschrünkte 
sich daher auf Vasen und Urnen, Medaillons und verschiedene Sym- 
bole, Genien und Kindergestalten in fürstlichen Gärten wie in den 
Kirchhöfen, Wozu die gebrochenen Säulen und Pyramiden von Trauer- 
Weiden beschattet ihre bekannte Rolle spielten. Die Malerei aber 
schuf Tausende von Altargeniälden und Kirchenplafonds von der Art, 
dass sie, obgleich sie noch eine Unzahl von Kirchen in Stadt und 
Land füllen, jetzt wohl Niemandem mehr die Frage entlocken, wer 
sie gemalt habe, da sie ihrer Art nach von jeder unter den tausend 
Mittelmiissigkeiten, die in ganz handwerks- und schablonenmäissiger 
Weise mit dieser Handierung ihr Brod verdienten, hergestellt sein 
können. Dass ein Herr Hofrath Zapf einen Augsburgisehen Maler 
der Art, J. Holzer (T 1740), einen Parrhasius Zeuxis und Apelles 
nennt, wie in MeusePs kunsthistorisehen Pfützen zu lesen ist?) und 
ähnliche Vergleiche auch dem J. J. Langenhäfifel von Düsseldorf 
(t 1805) gespendet werden, ändert an der Sache nichts, während 
selbst eine umfängliche Biographie w) des älteren J. H. Itschbeiiz in 
Cassel (T 1789) Ruhm trotz Rang und Würden nicht bleibend zu 
retten vermochte. 
Es ist ein eigenthümiiches Gefühl, wenn man jetzt bei Durch- 
lesung eines Künstlerverzeichnisses aus dem vorigen Jahrhundertrcbk) 
nur ganz selten auf Namen stösst, welche in der Tradition ihren 
Klang oder in den Gallerien ihr Dasein durch noch vorhandene 
Bilder in unser Jahrhundert gerettet haben. Auch die hervorragen- 
deren jener Maler, die sich mit profanen Werken und besonders 
a") J. G. Meusel, Miscellaneen artistischen Inhalts. Erf. 1779 fg. Museum 
für Künstler und Kunstfreunde. Mannh. 1787 fg. Neue Fßläe- Leipzig 1794 fä- 
Archiv für Künstler und Kunstfreunde. Dresden 1395 fä- 
"j J. F. Enyelsclzall, J. H. Tischbein als Mensch und Künstler dargestellt. 
Nürnberg 1797. 
  Z. B. Meuscl, 'l'erxtsches Künstlerlexikon oder Vcrzeichniss der jetzt leben- 
den teutschen Künstler. Lemgo 1778; mit Ergänzungen, Lemgo 1789.
        

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