Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-532108
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Ich. 
VIII. 
(Jap 
Di 
Kunst 
der 
Gegenwart 
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wigen 
sind C. u. Manciizi, A.I1'0rneis, F.11Iosso, V. Sculu u. A. lJGHIGPRGHS- 
werth, manchmal in ausgesprochenen] Anschluss an den französischen 
Paysage intime, nicht selten aber energischer in Licht- und Farben- 
contrasten. An französische Vorbilder (Troyon) gemahnen auch die 
mit Thieren stark staffirten Landschaften, wie von (7. Piffczrzz und 
F. Rossavzo, der letztere nicht ohne eigenes Verdienst und in zeich- 
nerischer wie coloristischer Hinsicht gleich hervorragend. Ueber 
Geschicklichkeit der äusseren Wiedergabe gehen freilich auch diese 
Werke so wenig hinaus, wie die überwiegende Mehrzahl der italie- 
nischen Leistungen in allen anderen Gebieten, und wenn auch 
Manches den Beschauer überrascht, zuweilen auch mit den sittlich 
bedenklichen Mitteln, mit Welchen ein Morelli, Cattaneo und Fontana 
hervorgetreten, oder durch übertriebenen Realismus länger fesselt, 
SO berührt doch selten etwas das Gemüth des Beschauers in dem 
Cärade, dass es zu dem seelischen Rapport zwischen dem Geber und 
Empfänger käme, welchen wahre Kunstwerke hervorrufen. 
Die Schweiz theilt nur in den südlichen und südwestlichen 
Cantonen mit Italien das Abhängigkeitsverhältniss von Frankreich. 
Soweit die deutsche Zunge reicht, ist auch die Kunst deutsch, und 
mehrere bedeutende Schweizer Künstler, wie Vautier, Steffan, Böck- 
lin und Füssli mussten sogar schon in der Schilderung unserer 
Vaterländischen Kunst eine Stelle finden, weil sie auch auf deutschem 
Boden ihre Wirksamkeit entfaltet haben. Ist dies auch bei dem 
anziehenden E. Stitckelberg, dessen classische Idyllen zu den besten 
der Schweizer Kunst gehören, oder bei Rad. Koller, dessen Thier- 
stücke neben die hervorragendsten französischen wie deutschen 
Thierstücke gestellt werden dürfen, ja durch Frische und Unmittel- 
barkeit der Naturschilderungen sogar die meisten übertreffen, nicht 
der Fall, so ist doch auch bei ihnen trotz französischer Einflüsse 
deutsche Auffassung im Ganzen nicht zu verkennen. Sonst ist 
allerdings das Beste, was gewiss nicht im Gebiet der trockenen 
Schweizer Historien- oder historischen Genremalerei eines A. Weck- 
esselr- oder A. Avzker zu suchen ist, ebenso entschieden französisch, 
als die Namen der zum Theil sogar in Paris lebenden Urheber, 
worunter der iVaadtländer G. Gleyre vielleicht des bedeutendsten 
Rufes geniesst. Auch die meist mit Vieh staffirten Landschaften 
von A. de llleuron, A. Pottcr, G. Castan, A. H. Berfhoucl u. A., bei 
Welchen indess immer noch die Nachwirkungen A. Chlaznrfs zu er-
        

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