Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-532065
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indem nur in seltenen Fällen andere als scandinavische Scenen im 
Genre oder andere als nordländische Landschaften aus dem Pinsel 
dieser Söhne des Nordens hervorgehen, so bleibt doch immer die 
deutsche Kunst nach Schule und Entwicklung, und insbesondere die 
düsseldorfische hier entschieden vorherrschend. Ohne die Genannten 
würde auch die Kunst Scandinaviens immerhin schwach repräsentirt 
sein, obgleich es auch sonst nicht an achtbaren Künstlern fehlt. 
Am wenigsten Einfluss hat die Historienmalerei erfahren, sich aber 
auch nicht zu einer dem Genre und der Landschaft gleichen Höhe 
erhoben, wie z. B. der schwedische Graf G. w. Rosen fast ganz ver- 
einzelt in diesem Gebiete wirkt. C. Höclcert versteigt sich wohl zum 
historischen Genre, findet sich aber leichter in das heimatliche Sittenbild, 
in welchem ihm Kinderdarstellungen oder Scenen aus dem hohen 
Norden trefflich gelungen sind. So hat sich auch C. Hausen, wie 
jener unter Tidemand's Einfluss stehend, besonders mit der Schil- 
derung des norwegischen Bauernlebens befasst. Am höchsten und 
im lebhaftesten Betriebe aber steht die Landschaft, zu welcher das 
malerische Land durch Formation wie Luftstimmung am meisten 
anregt und in welcher die Schweden Ed. Berg, J. I). Holm und 
A. Wahlberg und die Norweger J. F. Eggerslaerg und Chr. Uißarelsirn 
neben einer Reihe von tüchtigen in Düsseldorf thätigen Künstlern 
zu nennen sind. 
Etwas spröde gegen Deutschland verhält sich Dänemark, z. Th. 
aus nationaler Antipathie, zum grössern Theil aber wegen des Rufes 
der einheimischen Akademie, der freilich mehr alt, als gegenwärtig 
besonders blühend ist. Kein Wunder, dass dort die Bildnerei, für 
welche Scandinavien jetzt keinen ganz bedeutenden Künstlernamen 
aufzuweisen hat, im Uebergewichte, da die Tradition Thorwaldseirs, 
durch dessen Museum genährt, bedeutsam nachwirkt. J. A. Jerirlluu, 
in welchem Thorwaldseifs Classicismus fortlebt, ist zu den ersten 
Meistern der Gegenwart. zu zählen, wenn er auch keine Concession 
an die moderne Realität verräth; nächst ihm ist Andersen zu nennen. 
Im Historienbild ist nur die ebenfalls schon früher als Schülerin der 
Düsseldorfer Akademie genannte El. Jerickau-Bazzmavzvz hervorzuheben. 
Sonst war namentlich die seit langem bestehende Akademieübung, 
die Studien in Italien abzuschliessen, von Einfluss auf Stoffwahl und 
Z- Th- auch auf Behandlung. Beides trerräth überhaupt wenig an- 
deres nationales Gepräge, als etwa eine gewisse Trockenheit und
        

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