Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531881
und das tolle 'l'r'eihen der Jungen die Rücksicht darauf bedeutend 
erschwerten. Das Palmdenkmal in Braunau und namentlich die 
schöne Beethovenbüste geben dann weitere Proben von KnolPs 
Fähigkeit zu lebenswahrer und doch in den Schranken der Styl- 
gcsetze sich bescheidender Behandlung. Ant. Ifess endlich, der in 
Italien seine Ausbildung vollendet und in seinen von dort mitge- 
brachten weiblichen Modellbüsten verdientes Aufsehen gemacht, zeigte 
in seinen mittelalterlich allegorischen Gestalten am neuen Rathhause 
zu München eine tüchtige Vermittlung realer und idealer Studien, 
namentlich aber in seinen Grabdenkmälern ausser trefflichen Bild- 
nissen (Medicinalrath Pfeuffer) 
architektonischer Decoration. 
gediegenen 
Sinn 
für 
Verwerthung 
Eine ähnliche vermittelnde Stellung wie Zumbusch und Knoll 
in München nehmen in Berlin ausser einigen bei Rauclfs Schule 
Genannten Rud. Siemering und Bemzh. Aßnger ein. Der erstere durch 
seine bacchischen Gruppen jene lebensvolle Mitte zwischen Idealität 
und Natur, wie sie Rauch vornelnnlich in der Porträtstaltue zeigte, 
selbst im mythologischen Gebiete offenbarend hat dann in der M0- 
numentalplastik auch gegenständlich zur realistischen Auffassung ge- 
griffen. Sein Piedestalfries vRuf zu den Waffena, eine der Einzugs- 
zierden Berlins 1871, gehört zu den besten Schöpfungen der Art in 
der Neuzeit, Wie auch seine Büsten, Grabreliefs u. s. w. ihre Schätzung 
vollauf verdienen. Leider war ihm das Glück in Concurrenzen nicht 
gewogen. Afinger, der in der Arndtstatue zu Bonn ein lebensvolles 
Bild auf den schönen Platz der Bastei gestellt hat und sonst viel 
in Porträtbüsten schafft, dürfte allerdings in seinem Grabmonument 
mit der antik gewandeten Weiblichen Porträtstatue vor einer halb- 
geöffneten Thüre (Wiener Ausstellung) sich in eine etwas barocke 
Idee verrannt haben. Ausser diesen sind noch zu nennen Fritz 
Schuper und Errlmcznzz Enke, letzterer besonders in Porträtbüsten 
nicht ohne Verdienst.  
In Dresden hielten die schon erwähnten Künstler Donndorf und 
Käetz an dem Programm ihrer Schule fest. Dafür zeigt IIein. Möller 
aus Altona derberen Natursinn, wie seine zwei Gruppen, ein Satyr 
einen jungen Pan in der Musik unterrichtend und eine Panin mit 
einem muschelblasenden Satyrknalaen auf dem Schooss, beweisen. 
Auch sonst treten die jüngeren Schüler Schilling's, unter denen Ad- 
Breymaml der Schöpfer der Statue Heinrich des Löwen in Braun-
        

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