Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531819
Sechstes 
Capitel. 
Die 
neueste 
Plastik. 
Es musste in den drei letzten Capiteln constatirt werden, dass 
die deutsche Malerei der Gegenwart ihre mannigfaltigen Impulse von 
Aussen, nemlich von Frankreich und Belgien empfangen habe. Eine 
solche Abhängigkeit, wie sie im Gebiete der Malerei Regel, herrscht 
im Reiche des Meissels nur ausnahmsweise. Die Bildnerei der roma- 
nischen Völker ist in der Hauptsache einen anderen Weg gegangen 
als die der Deutschen, und zwar, wie man behaupten darf, einen 
minder glücklichen und dem Wesen dieser Kunst oder den Anforde- 
rungen der Zeit minder gemässen, als ihn die Deutschen schon mit 
Rauch gefunden und in der Hauptsache bis auf die unmittelbare 
Gegenwart herab verfolgt haben. 
Italien, welches seit dem Beginn unserer Zeitrechnung in 
vielen Jahrhunderten der Mittelpunkt aller Bildhauerei der Welt ge- 
Wesen, wird jetzt nur mehr in untergeordneter Hinsicht als muster- 
giltig auftreten können, nemlich in Bezug auf Marmortechnik und 
formale Vollendung. Der Sinn für das Monumentale, für wahre 
Grösse und innere Bedeutung ist dem Vaterlande Buonarottfs in 
dieser Kunst unleugbar abhanden gekommen, um überwiegend tech- 
nischem Raffinement Platz zu machen. Verfasser dieses erinnert 
sich nicht, in Mailand, Florenz oder Rom, wo der Bildnerei über- 
haupt noch öffentliche Aufgaben gestellt worden sind, Werke aus 
der neueren Zeit gesehen zu haben, welche mit den Monumental-
        

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