Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531737
Carlsl uhe. 
Weimar. 
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des Genre und der Landschaft und vornehmlich der letzteren. Für 
den Uebertritt (I. Schiclis zur Historie und für den frühen Tod des 
liebenswürdigen L. Kachel (vgl. S. 620) entschädigten im Gebiet des 
Genre die Erwerbung des schon oben (S. 622) gewürdigten W. Rief- 
stahl, welcher durch seine Lieblingsstoffe aus dem Schwarzwalde im 
ideellen Sinne schon vorher dem deutschen Südwesten angehört 
hatte. Neben ihm sind noch A. Vischer, geb. zu Kiindringen 1826, 
als Vertreter des historischen Genre, und C. Baum, geb. zu Heidel- 
berg 1826, durch Genre und Thierstücke laekannt, zu nennen. Von 
nicht minder gutem Klange, aber zahlreicher sind die Vertreter der 
Carlsruher Landschaft, für die der Einfluss von Lessing, Schirmer 
und von dem begabten Norweger Hans Gude (vgl. S. 510) nmass- 
gebend geworden ist. Der letztere hatte sein in Düsseldorf aus- 
schliessliches Stoffgebiet aus seiner nordischen Heimat durch die 
deutsche Landschaft erweitert, aber die grossartige Naturauffassung 
bewahrt, durch die er schon in der rheinischen Kunststadt sich 
einen Platz neben Achenbach errungen hatte. Getreu seinen Leh- 
rern Lessing und Schirmer blieb auch Th. Kotsch aus Hannover 
(vgl. S. 506), während ein anderer Düsseldorfer, G. Saal aus Coblenz, 
nach längerem Aufenthalt in Paris seinen Darstellungen aus dem 
hohen Norden mehr Frische zu erringen strebte, als sie seiner etwas 
pedantischen Schule eigen war. 'l'refiliche Kräfte, wie Jac. Voll- 
ereider, geb. zu Eichstetten 1834, durch seine Waldlandschaften be- 
kannt, oder Fr. Starren, der als vormaliger lllatrose sich auf die 
ltlarine seines Meisters Gude warf, stellten sich ihm zur Seite, neben 
welchen noch A. Härter, G. Os-terroth, W. Sclzrötcr und G. Richard 
zu nennen sind.  
Im Architekturbild ist hier wieder Aug. r. Bayefs aus Ror- 
schach, geb. 1804, zu gedenken, dessen weniger auf WVahrheit denn 
auf Schönheit Anspruch machende Strahlen- und Farbeneffekte zu 
ideal und zu romantisch sind, als dass er nicht in einer früheren 
Periode hätte erwähnt werden müssen, während im Thierstück und 
Stillleben zugleich A. Srhepp sich einen geachteten Namen erwor- 
ben hat. 
Noch lebhafter, aber auch wechselvoller war der neueste Kunst- 
aufschwung in der Musenstadt W eim ar, der überdiess sein ganz 
besonderes Gepräge dadurch gewann, dass mehre Vorstände der 
dortigen Kunstschule direct aus Belgien berufen wurden. Die Ver-
        

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