Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531723
Baden, 1- 1870, eine entschieden realistische Richtung. Erst Schüler 
des alten Pferdemalers Rud. Kuntz, hatte er schon mit seinem 
ersten Bilde sDamas stürzt sich 1795 bei Quiberon mit seinem 
Pferde in's Meere (1832 gemalt) seine Neigung zum kühn und phan- 
tastisch wild Bewegten zu erkennen gegeben, Welches er auch in 
der nun bezogenen Münchener Schule unter Ph. Foltz nicht abzu- 
streifen vermochte, wenn auch wPiccolominfs Tüdc (1835) und 
sPappenheims Tode (1837?) mehr die strengere und ideale Com- 
position der Münchener Historienmalerei verspüren lassen. 1837 in 
Horace Vernet's Schule übertretend, entschlug er sich wieder der 
Münchener Fessel und eignete sich jene breite monumentale Ent- 
schiedenheit an, die in der grossen Leinwand wZerstörung Heidel- 
bergs durch Melacwßt) wesentlich dazu beitrug, den französischen 
Realismus in das deutsche Historienbild zu verpflanzen. Von seinen 
zahlreichen übrigen Werken zeigen vdie Schlacht bei Rossbachr) 
(1866), wBlücher, den Weg nach Paris antretendc, eher ein Sinken 
des Meisters, dessen bewegtes Leben und eigenthümliche Anlage die 
Schulbildung im eigentlichen Sinne ausschloss. 
Bestechenderi wirkte die effektvolle und glänzende Coloristik 
F. Kellefs, erst Lessings und dann des Carlsruhe wieder untreu 
gewordenen Canon Schüler, welcher im Gegensatz gegen den Eklek- 
ticismus seiner Lehrer oder den etwas grautönigen Realismus eines 
F. Dietz der Brillanz der Farbe Geltung zu verschaffen suchte. 
Freilich ist nicht zu leugnen, dass sein wTOd Philipp 11.4 , welcher 
auf der Pariser Ausstellung Beifall gefunden, durch sein neronisches 
Fest, welches in allzu üppiger Coloristik prangte, nicht erreicht wor- 
den ist und als Uebertreibung und somit als Abweg bezeichnet 
werden muss, der dem begabten Künstler gefährlich werden könnte. 
Von Aut. v. Werner, jetzt in Berlin, ist schon früher gesprochen 
worden. 
Im Porträtfache hat Baden, die Heimat eines der grössten Por- 
trätmaler unseres Jahrhunderts, des gallisirten F. X. Winterhalter, 
gegenwärtig ausser den gelegentlich auch in diesem Gebiete bethä- 
tigten Historienmalern keinen namhaften Vertreter. Mehr im Felde 
 Das erstere in der Carlsruher 
Stadtgallerie. 
 In der Kunsthalle zu Carlsruhe. 
Kunsthalle; 
das 
zweite 
in 
der 
Mainzer
        

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